Meloni erwartet ein Prozent Wirtschaftswachstum in Italien
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Damit könnte Italien 2026 etwa so stark wachsen wie die Eurozone insgesamt, sagte Meloni der Zeitung «Il Foglio». Die italienische Regierung hatte im April noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent vorausgesagt.

Der unabhängige Haushaltsrat UPB hob seine Prognose im vergangenen Monat auf 0,9 Prozent an.
«Die italienische Wirtschaft hält sich gut», sagte Meloni, die vergangene Woche ihren Amtsrekord gefeiert hatte. Ihr Kabinett besetzt inzwischen Platz eins im Ranking der langlebigsten italienischen Regierungen. Die Daten für die ersten sechs Monate des Jahres könnten auf ein Wachstum von einem Prozent hindeuten, das damit auf dem Niveau oder sogar über dem der Eurozone liegen könnte.
Das italienische BIP stieg im ersten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Das bereits durch die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte angelegte Wachstum lag Ende Juni bei 0,8 Prozent. Selbst bei einer Stagnation in den beiden verbleibenden Quartalen würde die Wirtschaftsleistung damit im Gesamtjahr um 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert liegen.
Meloni räumte zugleich ein, dass Italien seit Jahren Schwierigkeiten habe, ein dauerhaft stabiles Wachstum zu erreichen. Als Gründe nannte sie unter anderem hohe Energiekosten und eine geringe Produktivität. «Wir arbeiten daran, diese Probleme anzugehen, aber die Ergebnisse dieser Bemühungen werden erst mittelfristig sichtbar werden», sagte sie.
Die italienische Wirtschaft war 2025 um 0,5 Prozent gewachsen. In den vergangenen drei Jahren lag das Wachstum jeweils unter einem Prozent – trotz des Zuflusses von EU-Mitteln in zweistelliger Milliardenhöhe aus dem Corona-Wiederaufbaufonds.










