Strafuntersuchung gegen die Bar-Betreiber eröffnet
Die ersten Ermittlungsergebnisse zum Brand in der Bar «Le Constellation» haben zur Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen die beiden Betreiber geführt.

Das Wichtigste in Kürze
- Gegen die Betreiber der Bar «Le Constellation» ist eine Strafuntersuchung eröffnet worden.
- Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen.
- Der Barbetreiber ist gemäss französischen Medien der Polizei in Frankreich bekannt.
Die ersten Ermittlungsergebnisse im Zusammenhang mit dem Brand, der sich am 1. Januar 2026 in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ereignet hat, haben zur Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt. Das hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis am Samstagnachmittag bekannt gegeben.
«Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen», hiess es im Communiqué. «Es wird daran erinnert, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.»
Die Strafuntersuchung sei am Freitagabend aufgrund der ersten Ermittlungsergebnisse eröffnet worden. Der Brand in der Bar «Le Constellation» forderte nach aktuellem Kenntnisstand 40 Todesopfer und 119 Verletzte, von denen ein Grossteil schwere Verletzungen erlitten hat.
«Alles im Rahmen der Normen»
Bei den Besitzern der Bar handelt es sich um ein französisches Ehepaar. «Lassen Sie uns in Ruhe, wir sind auch in Trauer», sagte der Ehemann am Samstag den Medienschaffenden vor seinem Haus in Lens VS.

Am Freitag hatte er gegenüber mehreren Westschweizer Medien angegeben, dreimal innert zehn Jahren kontrolliert worden zu sein. Er versicherte, dass «alles im Rahmen der Normen» abgelaufen sei.
Medienberichten zufolge hielt sich der Mann zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im «Le Constellation» auf, sondern in einem der beiden anderen Lokale des Paares. Seine Frau, die während des Brandes vor Ort war, wurde leicht verletzt, konnte aber nach Hause gehen.
Lärmschutz unter der Lupe
Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud hatte am Freitag vor den Medien gesagt, die Ermittler verfolgten «alle, wirklich alle Spuren». Keine Hypothese werde ausgeschlossen oder vernachlässigt. Einige Verdachtsmomente hätten sich bereits bestätigt.
Ihr zufolge deutet alles darauf hin, dass das Feuer von «Wunderkerzen» ausging, die auf Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke kamen.

Gemäss Bildern, die in den sozialen Netzwerken zirkulieren, soll eine Person auf den Schultern einer anderen Person aus Versehen die Decke in Brand gesetzt haben. Die Ermittler legen ihren Fokus nun unter anderem auf den Lärmschutzschaum, der an der Decke der verwüsteten Bar angebracht war.
Barbetreiber war schon polizeibekannt
Es ist nicht das erste Mal das Jacques M. mit den Strafverfolgungsbehörden zu tun hatte. Bereits seit Jahrzehnten ist der 49-jährige den französischen Strafverfolgungsbehörden bekannt. Gemäss der Zeitung «Le Parisien» war der aus Korsika stammende Mann vor rund 30 Jahren in Zuhälterei verwickelt.
Zudem soll er vor etwa 20 Jahren eine Haftstrafe wegen Betrugs, Entführung und Freiheitsberaubung abgesessen haben.
Heute zählt Jacques M. laut einer Polizeiquelle nicht mehr zum Umfeld der organisierten Kriminalität, so die Zeitung. Dennoch hinterlassen die neuen Erkenntnisse über den Barbetreiber einen faden Beigeschmack.
Jacques M. hat die Bar teils selbst umgebaut
Die Walliser Behörden untersuchen aktuell mögliche Sicherheitsmängel und Umbauten, insbesondere im Untergeschoss der Bar. Laut Ermittlern habe Jacques M. einige Arbeiten selbst vorgenommen.
Auch an der Treppe, dem einzigen Fluchtweg aus dem Untergeschoss, sollen bauliche Änderungen vorgenommen worden sein. Sie spielte bei der Katastrophe eine entscheidende Rolle.















