Katastrophen

    Feuerwehrkommandant spricht über Katastrophen-Einsatz

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg

    Crans-Montana,

    Traumatische Extremsituation: Kommandant David Vocat spricht über den Feuerwehr-Einsatz in der Neujahrsnacht bei der Katastrophe in Crans-Montana.

    David Vocat
    Der Feuerwehrkommandant David Vocat spricht über den Einsatz in der Neujahrsnacht in Crans-Montana. - Keystone, RTS

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Katastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana erschüttert die Schweiz.
    • Nebst den Opfern und ihren Angehörigen sind auch Rettungskräfte tief betroffen.
    • Feuerwehrkommandant David Vocat spricht über den Einsatz in der Neujahrsnacht.

    Die Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» hat nebst den Opfern und ihren Angehörigen auch Einsatzkräfte tief erschüttert. Die Rettungskräfte vor Ort waren teilweise stark überfordert.

    Gegenüber der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» spricht Feuerwehrkommandant David Vocat über den Einsatz.

    Er beschreibt den Einsatz als «traumatische Extremsituation». Trotz einer gut funktionierenden Rettungskette waren laut Vocat viele Helfer emotional völlig überfordert. Einige freiwillige Feuerwehrleute hätten nach dem Einsatz angekündigt, ihren Dienst aufgeben zu wollen.

    David Vocat beschreibt den Einsatz

    Um 01:35 Uhr erreicht Vocat in der Katastrophen-Nacht der Alarm: Ein Brand, begleitet von der Information über eine Explosion. Die Meldung habe ihn dazu veranlasst, «sofort zusätzliche Helikopter anzufordern».

    Zeitgleich habe der Kommandant den Ausrückbefehl für die Feuerwehr organisiert. Insgesamt 17 Feuerwehrleute des Feuerwehr- und Rettungszentrums CSI waren in der Neujahrsnacht im Einsatz. Weitere freiwillige Einsatzkräfte und Unterstützung aus Sitten, Siders und dem Vallon seien dazugekommen.

    Keine Flammen mehr beim Eintreffen der Feuerwehr

    Das Feuer war beim Eintreffen der Feuerwehr laut Vocat nicht mehr sichtbar. Der Grund dafür sei der sogenannte Flashover, eine «Entzündung der Rauchgase». Der Feuerwehrkommandant erklärt: «Das passiert sehr schnell, sehr intensiv – und dann hört es auf.»

    «Ich habe Menschen gesehen, die verbrannt waren»

    Er beschreibt die Situation als Szene von komplettem Chaos: «Ich habe Menschen gesehen, die verbrannt waren, die herumliefen und schrien, man müsse hier oder dort helfen», so Vocat.

    Obwohl man auf solche Ereignisse nicht vorbereitet sein könne, lobt er die Zusammenarbeit mit Polizei, Rettungsdiensten, Spitälern und politischen Behörden. «Die grosse Familie der Rettungskräfte hat eine enorme Arbeit geleistet», sagt er gegenüber der Zeitung.

    Engagierst du dich bei der freiwilligen Feuerwehr?

    Viele der Einsatzkräfte waren freiwillig engagiert. «Viele glauben, wir seien alle Profis. Das ist nicht so. Die Leute machen das, um anderen zu helfen», so Vocat.

    Mehrere Angehörige der CSI hätten ihm mitgeteilt, nicht mehr weitermachen zu wollen. Auch Vocat selbst stellt seine Zukunft infrage: «Ich weiss nicht, ob ich weitermachen kann», sagt er.

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