Ostschweizer Tourismus muss ohne sein Aushängeschild auskommen
Ab Mai steht die Seilbahn auf den Ostschweizer Hausberg Säntis für rund ein halbes Jahr still. Weil das touristische Aushängeschild der Region nur zu Fuss erklommen werden kann, dürfte dies in der Region zu einem Rückgang an Touristen führen.

Der Unterbruch der Säntisbahn werde spürbar sein, sagt Ladina Heijers, Medienverantwortliche von St.Gallen-Bodensee Tourismus, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. 367’348 Passagiere beförderte die Bahn gemäss Geschäftsbericht der Säntisbahn 2024 auf den Berg.
«Der Säntis ist ein touristisches Aushängeschild der Ostschweiz mit internationaler Strahlkraft», sagt Heijers. Der Unterbruch der Bahn auf den Hausberg der Region dürfte zu einem Rückgang an Tourismus führen. Die Nachfrage könne sich aber auch einfach auf das nächste Jahr verschieben, wenn die neue Schwebebahn die Fahrt auf den Säntis noch attraktiver macht.
Im Sommer 2026 kann der 2501,9 Meter hohe Berg nur zu Fuss erreicht werden. Die alpinen Wanderungen ab der Schwägalp AR, Wildhaus SG, Wasserauen AI oder der Ebenalp AI seien seit Jahren Klassiker, sagt Jolanda Spengler von Appenzellerland Tourismus.
Da die Wanderer aber beide Wege zu Fuss zurücklegen müssen, sei eher davon auszugehen, dass insbesondere die Route von der Schwägalp über die Tierwis auf den Säntis nicht mehr so oft wie bis anhin genutzt wird. Die Route sei sehr beliebt als sportliche Herausforderung am Morgen. «Nun fehlt aber die Möglichkeit, sich nachher bequem mit der Bahn wieder zurück ins Tal fahren zu lassen», so Spengler.
Das Gipfelrestaurant bleibt während des Betriebsunterbruchs der Bahn geschlossen. Das leicht unterhalb gelegene Gasthaus «Alter Säntis» öffnet gemäss Website hingegen für eine verkürzte Sommersaison.
Bei Appenzellerland Tourismus rechnet man damit, dass sich die Besucherströme auf die Kronbergbahn verschieben, wie Spengler weiter erklärt. Auch die Ebenalpbahn und jene auf den Hohen Kasten dürften ein höheres Passagieraufkommen verzeichnen. Alle drei Bahnen seien auf hohe Kapazitäten vorbereitet.
Der Säntis habe eine grenzüberschreitende Relevanz, heisst es bei St. Gallen-Bodensee Tourismus. Die Region lebe aber touristisch von ihrer Breite. Mediensprecherin Heijers zählt die Stadt St.Gallen mit dem Unesco-Weltkulturerbe Stiftsbezirk, den Bodensee, das Appenzellerland, das Toggenburg und das Rheintal auf. «Der Säntis ist ein Leuchtturm – aber nicht die einzige Attraktion, die Gäste begeistert.»






