Steuerausfälle im Kanton Waadt auf 202 Millionen Franken beziffert
Der Kanton Waadt hat erstmals die Höhe des Schadens beziffert, der durch die fehlerhafte Anwendung des sogenannten Steuerdeckels zwischen 2009 und 2021 entstanden ist. Er schätzt, dass ihm 202 Millionen Franken entgangen sind.

Die Waadtländer Regierung hat den Medien am Mittwoch die Prüfberichte vorgestellt, die von der kantonalen Finanzkontrolle bei der Generaldirektion für Steuern durchgeführt wurden.
Grund: Der Steuerrabatt oder Steuerdeckel für Reiche war zwischen 2009 und 2021 nicht gesetzeskonform angewendet worden. Zu diesem Schluss kam ein Ende August 2025 veröffentlichter Untersuchungsbericht von François Paychère, einem unabhängigen Experten.
Die Steuerausfälle waren darin zunächst nicht beziffert worden. Unklar blieb auch, wer für die Missstände verantwortlich war.
Die Waadtländer Regierung veröffentlichte am Mittwoch Zahlen im Zusammenhang mit der fehlerhaften Anwendung des Steuerdeckels während dreizehn Jahren. Auf Initiative von Staatsratspräsidentin Christelle Luisier (FDP) und der neuen Generaldirektorin für Steuern, Metihe Mehmeti, wurde eine Untersuchung eingeleitet, um die Differenz zwischen den tatsächlich erhobenen Steuern und den Steuern, die im Zeitraum 2009 bis 2021 hätten erhoben werden müssen, zu schätzen.
Die Differenz beläuft sich demnach auf 202 Millionen Franken, die dem Staat entgangen sind, was einem Jahresdurchschnitt von 15,5 Millionen Franken entspricht. Insgesamt haben 2793 Steuerzahler vom Steuerdeckel profitiert, davon 946 zu Recht, wenn auch teilweise in übermässigem Umfang. 1847 Steuerzahlende hätten keinen Anspruch darauf gehabt, allerdings haben einige von ihnen nicht während des gesamten Zeitraums von 2009 bis 2021 davon profitiert.
Die Waadtländer Staatsanwaltschaft hat im Januar 2026 über Generalstaatsanwalt Eric Kaltenrieder ein Strafverfahren eingeleitet, um die rechtswidrige Anwendung des Steuerdeckels zwischen 2009 und 2021 zu untersuchen.














