Höchste Zürcher Kantonsrätin zeigt sich mit KI-Strippern – Sexismus?
Romaine Rogenmoser (SVP) ist amtierende Zürcher Kantonsratspräsidentin. Sie zeigt sich auf einem KI-Foto mit Strippern – und erntet Kritik.

Das Wichtigste in Kürze
- SVP-Kantonsrätin Romaine Rogenmoser schliesst sich einem Tiktok-Trend an.
- Auf einem KI-Foto hat sie Politikerinnen durch Stripper ersetzt.
- Grünen-Kantonsrätin Silvia Rigoni warnt vor Sexismus.
Die Chippendales bringen Frauen zum Kreischen – offenbar machen die Stripteasetänzer auch Politikerinnen schwach. Zum Beispiel keine geringere als die amtierende Zürcher Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser.
Auf einem TikTok-Foto steht sie mit einem Weinglas in der Hand umgeben von drei muskulösen Männern. Diese tragen Jeans und posieren mit nacktem Oberkörper.
Das Foto ist mit KI bearbeitet. Dies verrät der Hinweis «Dola AI» unten rechts im Bild. Mit der App lassen sich Fotos beliebig bearbeiten und neu zusammensetzen.
Promis oder Waschbrettbäuche
Klickt man auf dem Tiktok-Post der Zürcher Kantonsrätin weiter, erscheint ein Foto von einer Brille, die geputzt wird.
Am Schluss ist das Original-Foto zu sehen. Die Chippendales-Männer sind verschwunden. Stattdessen ist Romaine Rogenmoser – im Originalbild – von drei Zürcher Politikerinnen umgeben. Das Foto entstand an ihrer Wahlfeier zur Kantonsratspräsidentin Anfang Mai.
Die Kantonsrätin schliesst sich mit den Fotos dem sogenannten «Wipe-Glasses»-Trend auf Tiktok an. Beim Brillenputz-Trend zeigen sich User mit Personen, die sich in Wahrheit nicht auf dem Foto befinden.
Die Realität lösen sie jeweils nach dem Brillenputz-Foto auf. Beliebt sind Sujets mit Promis, die den Platz von Geschwistern oder Freunden eingenommen haben. Auch gibt es Fotos von Männern mit Waschbrettbäuchen, die in Wirklichkeit eine Wampe haben.
Kantonsrätin: «Wer Foto ernst nimmt, versteht keinen Spass»
Einem Zürcher Tiktok-User ist Rogenmosers Post kürzlich aufgefallen. «Sie hätte wohl gerne solche Typen auf dem Bild, um Klicks zu generieren», sagt er zu Nau.ch. «Das ist eher peinlich als lustig in einem solchen Amt.»
Romaine Rogenmoser sieht dies anders. «Es ist ein Spässchen auf Social Media, das ich mir erlaubt habe», sagt die 54-Jährige. «Wer dieses Foto ernst nimmt, versteht keinen Spass.»
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Sie habe es gepostet, um Aufmerksamkeit zu generieren. «Ich versuche auf Social Media generell, mit einem Augenzwinkern bei den Leuten das Interesse für Politik zu wecken.» Gerne nehme sie sich dabei selbst auf die Schippe.
Dies beweist Rogenmoser auch in einem aktuellen Video auf Instagram. Darin informiert sie über einen Beschluss des Kantonsrats. Plötzlich unterbricht sie Olivier Imboden, Darsteller der TV-Serie «Tschugger».
«Sorry, aber das sieht schon gerade etwas streng aus. Sei mal etwas lockerer», sagt er und zupft an ihren Haaren herum. Solche Videos postet sie jeweils unter dem Motto «Weniger Ablenkung. Mehr Fakten.»
Grünen-Kantonsrätin kritisiert Rogenmoser
Spass und Politik hin oder her – Grünen-Kantonsrätin Silvia Rigoni hält das freizügige Männer-Foto für problematisch.
«Es macht Menschen zu Objekten», sagt sie. In der Regel machten dies Männer mit Frauen. «Wenn Frauen Männer zu Sexualobjekten machen, ist es auch nicht besser.» Dabei handle es sich um falsch verstandene Gleichberechtigung.
«Romaine Rogenmoser steht als Kantonsratspräsidentin im Schaufenster und sollte mit solchen Sujets nicht spielen», sagt Rigoni.
Als Politikerin habe sie auch eine Vorbildfunktion. «Solche Fotos könnten Sexismus generell fördern.»



















