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    Sellner-Einreiseverbot: Fedpol-Chefin überstimmte Mitarbeiter

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Bern,

    Gegen die Einschätzung mehrerer Bundesstellen wurde ein Einreiseverbot gegen den Rechtsextremisten verhängt. An diesem Verfahren übt der Ständerat nun Kritik.

    Martin Sellner gestikuliert vor Polizei
    Martin Sellner, Anführer der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich, plante Ende 2024 einen Auftritt in der Schweiz. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Martin Sellner wurde 2024 wegen eines Einreiseverbots festgenommen und ausgewiesen.
    • Die damalige Fedpol-Direktorin della Valle setzte sich über interne Einschätzungen hinweg.
    • Die Ständeratskommission kritisiert fehlende Dokumentation und unklare Zuständigkeiten.

    Rechtsextremist Martin Sellner wollte Ende 2024 auf Einladung der Gruppe Junge Tat im Kanton Zürich einen Vortrag über «Remigration» halten. Doch ein kurzfristig verhängtes Einreiseverbot verhinderte den Auftritt des Österreichers.

    Als Sellner am Veranstaltungstag trotzdem in Kreuzlingen einreiste, wurde er festgenommen und aus der Schweiz ausgewiesen.

    Sicherheitsbehörden sahen zunächst keinen Grund für Verbot

    Wie jetzt «CH Media» berichtet, verlief der Entscheidungsprozess zum Einreiseverbot ungewöhnlich. Demnach hatten Staatssekretariat für Migration, Fedpol und Nachrichtendienst zunächst entschieden, dass keine rechtlichen Voraussetzungen für ein Verbot vorlagen.

    Erst auf Intervention des Zürcher Polizeikommandanten hin griff die damalige Fedpol-Direktorin Nicoletta della Valle ein. Entgegen der Einschätzungen ordnete sie ein Einreiseverbot an.

    Della Valle begründete ihren Entschluss mit einer «breiteren Perspektive». Zudem äusserte sie den Vorwurf, die zuständige Abteilung blende die Realitäten in den betroffenen Kantonen häufig aus. Das geht aus einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats hervor.

    Ständeratskommission kritisiert fehlende Transparenz

    Die Kommission kritisiert den gesamten Ablauf scharf. Entscheidkompetenzen seien nicht klar geregelt und wesentliche Verfahrensschritte nicht dokumentiert worden. Der Entscheid, das ursprüngliche Nein zum Verbot zu übersteuern, sei nicht nachvollziehbar.

    Fandest du es richtig, dass gegen Martin Sellner eine Einreise-Sperre verhängt wurde?

    Die Ständeräte bemängeln insbesondere Zeitpunkt und Art des Eingreifens der Direktorin und sehen den Verdacht «möglicherweise politisch motivierter Einflussnahme». Auch ein weiterer Fall vom Januar 2025 weise ähnliche Mängel auf.

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    Kommentare

    User #1447 (nicht angemeldet)

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    User #4721 (nicht angemeldet)

    Politisch gefilterte Nachrichten: Typisch wieder... Zitat „Auch ein weiterer Fall vom Januar 2025 weise ähnliche Mängel auf.“... Ja, es gab tatsächlich einen weiteren Fall, der einem die Zehen krümmen ließ... Verschiedene Menschenrechtsgruppen und Pressegruppen wagten es, dies anzusprechen. Ein pro-palästinensischer Redner (der auf Einladung in die Schweiz gekommen war, um dort zu sprechen) wurde am Flughafen schnell verhaftet, um wieder ausgewiesen zu werden. Denn ja, in Zürich muss man pro-israelisch sein, also wurde politisch motiviert eingegriffen. Name? Ali Abunimah, eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die auch journalistische Inhalte verfasst. Warum wird dieser Mann nicht namentlich genannt und durch falsche Ausgewogenheit suggeriert, er sei gleichzusetzen (vergleichbarer Fall? Nun nein!) mit einer rechtsextremen Persönlichkeit mit undemokratischen Ideen?

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