Schweiz will das Sekretariat des neuen Weltchemikalienrats
Die Schweiz bewirbt sich um den Sitz des Sekretariats für den neuen Weltchemikalienrat in Genf. Am Start der ersten Konferenz des Gremiums warb sie für den Standort und verwies auf dessen Vernetzung und finanzielle Ausstattung.

Der Rat brauche «ein Sekretariat, das sowohl finanziell gut ausgestattet als auch bestens vernetzt ist», sagte Katrin Schneeberger, Direktorin des Bundesamts für Umwelt (Bafu). Die Stadt biete diese Bedingungen. Schneeberger verwies auf die bereits in Genf ansässigen Sekretariate internationaler Umweltkonventionen. Die Schweiz steht bei ihrer Kandidatur in Konkurrenz zu Kenia. Das afrikanische Land ist Gastgeber des Uno-Umweltprogramms (Unep).
Englisch als «Intergovernmental Science-Policy Panel on Chemicals, Waste and Pollution» (ISPCWP) bezeichnet, ist der Weltchemikalienrat neben Weltklimarat (IPCC) und Weltbiodiversitätsrat (Ipbes) das dritte wissenschaftsbasierte Gremium, das mit globaler Ausrichtung arbeiten wird.
Das neue Gremium, das 127 Mitglieder zählt und 2025 ins Leben gerufen wurde, soll laut der Exekutivdirektorin des Unep, Inger Andersen, eine Lücke zwischen Wissenschaft und Politik schliessen. Es soll wissenschaftliche Orientierungshilfen für Probleme liefern, die «erhebliche Auswirkungen auf die menschlichen Ökosysteme und die wirtschaftliche Gesundheit» haben.
Auch Bafu-Direktorin Schneeberger zeigte sich überzeugt, dass das Gremium «einen echten Einfluss» haben kann. Angesichts von Angriffen auf den Multilateralismus und «begrenzten Ressourcen» rief sie die Teilnehmenden zur Zusammenarbeit auf. Insbesondere Universitäten und Wissenschaftler müssten sich für das Gremium engagieren, um sicherzustellen, dass dessen Berichte «wissenschaftlich robust» seien.
Die Schweiz ist bereit, jährlich 500’000 Franken beizusteuern. Zusätzlich stellt sie für den Start der ersten Aktivitäten des Panels eine einmalige Anschubfinanzierung von einer Million Franken in Aussicht. Für Büroräumlichkeiten wolle sie mindestens bis 2029 jährlich 50’000 Franken beitragen; zudem sei eine einmalige Pauschale von 10’000 Franken pro Mitarbeitenden vorgesehen, um das Sekretariat im Internationalen Umwelt-Haus einzurichten.










