SBB büssen Familie von Crans-Montana-Verletzter
Die Familie eines Brandopfers aus Crans-Montana kassiert auf dem Weg ins Spital eine Busse. Die SBB verweist auf Gleichbehandlung.

Das Wichtigste in Kürze
- Angehörige einer Schwerverletzten erhielten 351 Franken Busse.
- Sie waren ohne Ticket im Zug ins Spital unterwegs.
- Die SBB lehnt einen vollständigen Erlass ab.
Die Angehörigen einer jungen Frau, die beim Brand der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana schwer verletzt wurde, mussten dringend ins Spital reisen. Dafür kassierten sie im Zug eine Busse.
So reisten Vater und Schwester der Frau dringend Richtung Deutschland, wo sie behandelt wird. Die junge Frau erlitt beim Unglück schwere Verbrennungen an rund 70 Prozent ihres Körpers.
Auto hatte Panne – Umstieg auf Zug
Das Auto der Familie blieb bei Basel liegen, sie stiegen ohne Ticket in einen Zug. Der Kontrolleur stellte beiden eine Busse aus. Total: 351 Franken.
Die Familie beantragte später die Aufhebung der Busse. Zudem ersuchten die Angehörigen um Transportgutscheine, um ihre Tochter während der langen Hospitalisation besuchen zu können.
«Kein Mitgefühl»
Die SBB lehnte den vollständigen Erlass ab. Ein Teil des Zuschlags wurde reduziert. Der Grundbetrag blieb bestehen.
Der Anwalt der Familie kritisiert gegenüber RTL, das Unternehmen habe «kein Mitgefühl» gezeigt. Für einen öffentlich finanzierten Betrieb sei diese Haltung «inakzeptabel».
SBB beruft sich auf Gleichbehandlung
In einer Stellungnahme erklärt die SBB, man spreche der Familie «ihr Mitgefühl» aus. Gleichzeitig müsse aus Gründen der Gleichbehandlung am System festgehalten werden.
Wer ohne gültiges Ticket reist, müsse Fahrpreis und Zuschlag bezahlen. Individuelle Kosten könne der öffentliche Verkehr nicht übernehmen.
Für die Familie bleibt neben der Sorge um die Tochter nun auch der Streit um eine Busse.





















