Obduktion zeigt: Golfer Emanuele starb an einer Rauchgasvergiftung
Nach dem tödlichen Barbrand in Crans-Montana wurde ein 16-jähriges Opfer in Italien obduziert. Die Resultate liefern neue Hinweise zur Todesursache.

Das Wichtigste in Kürze
- In Crans-Montana starben in der Neujahrsnacht 40 Menschen bei einem Barbrand.
- Ein 16-jähriges Opfer wurde auf Anordnung der italienischen Justiz obduziert.
- Laut dem Familienanwalt starb der Jugendliche an einer Rauchgasvergiftung.
In der verheerenden Brandkatastrophe an Silvester in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana kamen insgesamt 40 Menschen ums Leben. Darunter sechs Jugendliche aus Italien.
Eines der Opfer war der 16-jährige Emanuele Galeppini. Er galt als grosses Golftalent, lebte mit seiner Familie in Dubai, besuchte dort eine Schweizer Privatschule. Ferien machte er mit seiner Familie regelmässig in Crans-Montana.
Kaum Brandverletzungen, daher Obduktion
Sein Tod warf früh Fragen auf: Der Jugendliche wies kaum Brandverletzungen auf. Dennoch verzichtete die Walliser Staatsanwaltschaft zum Unverständnis der Eltern auf eine Autopsie.
Nun liess die italienische Justiz den Leichnam in Genua untersuchen.
Der Anwalt der Familie, Alessandro Vaccaro, bestätigte gegenüber «CH Media»: Die Obduktion zeigt, dass Emanuele an einer Rauchgasvergiftung starb. Verbrennungen seien kaum vorhanden gewesen. Dafür Schürfungen und Blutergüsse.
Diese Verletzungen deuten laut dem Anwalt darauf hin, dass der Jugendliche im Chaos möglicherweise zu Boden stürzte und niedergetrampelt wurde. Ob er im Lokal oder draussen starb, ist unklar.
Ist Emanuele beim Fluchtversuch gestorben?
Die italienischen Behörden führen nun eigene Ermittlungen weiter. Unter anderem soll geklärt werden, wo sich der Jugendliche zum Zeitpunkt seines Todes befand.
Ausserdem soll geklärt werden, ob das brennende Deckenmaterial besonders giftige Rauchstoffe freisetzte.
Die neuen Erkenntnisse könnten auch für das laufende Verfahren in der Schweiz relevant werden.
Sollte sich etwa herausstellen, dass die Massenpanik auf der engen Treppe viele Todesopfer verursachte, wäre das von grosser Bedeutung.
Dann könnten die fehlenden Kontrollen der Gemeinde stärker in den Fokus der Ermittlungen rücken.















