Brisanter Aktenfund: Hat es in er Inferno-Bar bereits 2024 gebrannt?
Neue Dokumente belasten die Morettis schwer: Laut «La Repubblica» soll es schon 2024 einen durch Wunderkerzen verursachten Brand gegeben haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Opferanwalt Sébastien Fanti übergab Ermittlern eine Akte mit über 100 E-Mails.
- Die Dokumente sollen einen früheren Brand im «Le Constellation» belegen.
- Bestätigt sich der Vorfall, drohen Jessica und Jacques Moretti deutlich höhere Strafen.
Opferanwalt Sébastien Fanti hat den Ermittlern im Inferno-Fall offenbar eine umfangreiche Akte übergeben.
Wie die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtet, umfasst das Dossier über 100 E-Mails von Zeugen und Überlebenden.
Die Dokumente sollen die bisherige Darstellung von Jessica und Jacques Moretti ins Wanken bringen. Sie könnten gravierende strafrechtliche Folgen haben.
Gab es bereits 2024 einen Brand in der Inferno-Bar?
Gemäss «La Repubblica» befindet sich in der Akte ein besonders brisanter Beweis: Demnach soll es im Jahr 2024 in der Bar «Le Constellation» bereits zu einem Brand gekommen sein.
Ausgelöst worden sei dieser ebenfalls durch Wunderkerzen, die zu nah an einer nicht feuerfesten Zwischendecke angebracht waren. Exakt jenem Szenario, das auch zur späteren Katastrophe geführt haben soll.
Sollte sich dieser frühere Vorfall bestätigen, wäre die Verteidigung der Morettis massiv geschwächt. Sie könnten dann kaum mehr geltend machen, sich der Risiken nicht bewusst gewesen zu sein. Im Falle einer Verurteilung drohte ihnen eine deutlich längere Haftstrafe.
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Videoaufnahmen, die kürzlich vom französischen TV-Sender BFMTV ausgestrahlt wurden.
Widersprüchliche Aussagen
Darauf ist zu sehen, wie Mitarbeitende der Inferno-Bar in der Unglücksnacht Champagnerflaschen samt Wunderkerzen durch das Lokal tragen.
Während an einer anderen Stelle die Decke bereits brennt, filmt Jessica Moretti die Szene begeistert. Den Flammen schenkt sie offenbar keine Beachtung.

Gegenüber den Ermittlern soll Moretti jedoch ausgesagt haben, sie habe keine Aufnahmen von der Katastrophe. Sie sei sofort nach draussen gerannt, um Alarm zu schlagen.
In den vergangenen Wochen hat Opferanwalt Fanti die Ermittlungsbehörden wiederholt scharf kritisiert.
Diese seien mit dem Fall überfordert, so sein Vorwurf. Bereits seit Längerem ist bekannt, dass die Walliser Untersuchungsbehörde personell stark unter Druck steht.















