So werden Brandopfer in der modernen Medizin behandelt

    Melisa Zec
    Melisa Zec

    Crans-Montana,

    Die Verbrennungsmedizin hat enorme Fortschritte gemacht. Spezialkliniken bieten heute Überlebenschancen für Brandopfer, die früher undenkbar waren.

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    Die Behandlung von einem Brandopfer kann mehrere Jahre dauern. (Symbolbild) - keystone

    Die Brandkatastrophe in Crans-Montana am 1. Januar 2026 fordert das Gesundheitswesen stark heraus. Patienten mit schweren Verbrennungen benötigen hochspezialisierte Versorgung in renommierten Zentren, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (VBS) mitteilte.

    Ärzte-Teams arbeiten in der dritten Woche nach der Tragödie noch rund um die Uhr, wie das «SRF» berichtet. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Die moderne Medizin ist bei der Behandlung von Brandopfern weit fortgeschritten.

    Die Verbrennungsmedizin ermöglicht Schwerbrandverletzten heute ein selbstbestimmtes Leben nach dem Unfall. Zentren für Schwerbrandverletzte verfügen über hochspezialisierte Teams aus Chirurgen, Pflegekräften, Psychologen und Therapeuten.

    Brandopfer in europäische Spezialkliniken verlegt

    Das Kinderspital Zürich hat minderjährige Brandopfer mit bis zu 70 Prozent verbrannter Hautoberfläche aufgenommen. Viele erlitten zudem schwere Lungenschäden durch Rauchgase, wie Chefärztin Kathrin Neuhaus gegenüber dem «SRF» erläutert.

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    Kapazitäten reichten bald nicht mehr aus für die hochspezialisierte Langzeitpflege, so die VBS. Die Schweiz bat daher um EU-Hilfe über den Zivilschutzmechanismus, um Verlegungen zu ermöglichen.

    Schwere Fälle wurden per Flug in Nachbarländer transportiert für intensive Behandlung. Kliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien stellten Plätze zur Verfügung, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) informiert.

    Hauttransplantation als Standardverfahren

    Das Zentrum für Schwerbrandverletzte am Klinikum Nürnberg zählt zu den grössten Einrichtungen in Deutschland, berichtet der «Bayerische Rundfunk». Mit acht Betten und eigenem Operationssaal behandeln die Spezialisten jährlich etwa 100 Schwerbrandverletzte.

    Die Behandlung beginnt mit grundlegenden Massnahmen wie der Wundreinigung in einem speziellen Aufnahmebad. Tägliche Verbandswechsel können drei bis vier Stunden pro Patient in Anspruch nehmen, schreibt das «Klinikum Dortmund».

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    Das Kinderspital Zürich hat minderjährige Opfer mit bis zu 70 Prozent verbrannter Hautoberfläche aufgenommen. (Archivbild) - keystone

    Bei Verbrennungen bis auf die Unterhaut ist keine selbstständige Regenerierung mehr möglich. Die verbrannte Haut wird zunächst vollständig entfernt, um das Wundbett für die Transplantation vorzubereiten.

    Ersatzhaut aus dem Labor für Brandopfer

    Von gesunden Körperstellen wird die oberste Hautschicht abgetragen und als Spalthaut auf verbrannte Stellen transplantiert. Diese etablierte Methode ermöglicht einen raschen Wundverschluss mit Eigenhaut, berichtet «gesundheit.gv.at».

    Wenn nicht mehr genug gesunde Haut vorhanden ist, züchten Labore neue Haut aus körpereigenen Zellen. Rund 70 Prozent der Brandopfer in Deutschland werden mit Ersatzhaut behandelt, meldet die «Tagesschau».

    Aus einer Biopsie von nur drei mal drei Zentimetern kann innerhalb von Wochen genug Haut gezüchtet werden. Bis die gezüchtete Eigenhaut bereit ist, werden Wunden provisorisch mit Spenderhaut von Verstorbenen abgedeckt.

    Innovative Stammzelltherapien

    Stammzellbasierte Therapien gelten als vielversprechender Ansatz für die Zukunft der Verbrennungsmedizin. Mesenchymale Stammzellen können laut einer Studie im Fachjournal «Genesis» die Wundheilung beschleunigen und Entzündungen reduzieren.

    Brandopfer
    Noch 36 Verletzte mit Schweizer Wohnsitz in ausländischen Spitälern. - keystone

    Diese Therapien können sogar systemische Effekte wie die Regulation von Entzündungsreaktionen positiv beeinflussen, heisst es im Fachjournal. Fünf Studien zeigten verringerte Werte entzündungsfördernder Botenstoffe bei Brandwunden, die mit Stammzellen behandelt wurden.

    Die Behandlung der Brandopfer mit schweren Verletzungen zieht sich oft über viele Monate hin und erfordert intensive Betreuung. Neben der körperlichen Genesung spielen psychische Betreuung und gesellschaftliche Akzeptanz eine entscheidende Rolle für die Patienten.

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