Natalie Rickli

    Nach Jositsch: Auch Natalie Rickli prüft eine Ständeratskandidatur

    Sina Barnert
    Sina Barnert, Stephan Felder

    Zürich,

    Nach dem Eklat rund um Daniel Jositschs erneute Ständeratskandidatur und seinen SP-Austritt bringt sich mit Natalie Rickli die SVP-Konkurrenz in Stellung.

    Natalie Rickli Daniel Jositsch
    Duellieren sich SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli und Ex-SPler Daniel Jositsch 2027 um einen Ständeratssitz? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach einem Streit rund um die Ständeratskandidatur hat Daniel Jositsch die SP verlassen.
    • Er will 2027 erneut für den Ständerat kandidieren – als Parteiloser.
    • Auch SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli überlegt sich eine Kandidatur. Ein Risiko?

    Weiterer Wirbel rund um den Zürcher Ständeratssitz von Daniel Jositsch.

    Erst am 28. Mai beschlossen die Delegierten der SP Kanton Zürich, den ungeliebten Daniel Jositsch nicht mehr für die Ständeratswahlen 2027 zu nominieren.

    Stattdessen liebäugelt die Kantonalpartei damit, Gallionsfigur Jacqueline Badran ins Rennen zu schicken.

    Denn: Daniel Jositsch galt schon länger als Parteiabweichler. Etwa, als er sich 2022 selbst als Bundesratskandidat aufstellte, obwohl die SP ein reines Frauenticket vorgesehen hatte.

    Daniel Jositsch
    Hat seinen Austritt aus der SP am Donnerstag bekanntgegeben: Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch. - keystone

    Jositsch seinerseits gab sich als schlechter Verlierer. Erst kritisierte er die SP als «zu weit nach links gerutscht». Gestern gab er schliesslich seinen Austritt aus der Partei bekannt.

    «Die SP war immer eine der am klarsten links positionierten Parteien Europas»

    Politikwissenschaftlerin Silja Häusermann hat ein Buch über die Partei verfasst und gilt als SP-Expertin.

    Sie meint: «Die SP Schweiz war immer eine der am klarsten links positionierten sozialdemokratischen Parteien Europas. Daran hat sich nichts geändert.»

    Rutscht die SP seit einiger Zeit weiter nach links?

    Dass es so wirke, als werde die SP immer linker liege an der «polarisierten Schweizer Parteienlandschaft». Aus diesem Grund gebe es seit ein bis zwei Jahrzehnten mehr Parteidisziplin und geschlossenere Positionen.

    Das Phänomen trete sowohl im linken als auch im rechten Parteispektrum auf, so Häusermann. Konkret bedeutet das: Es gibt immer weniger Abweichungen von der Parteilinie.

    Zeitgleich zu seinem SP-Austritt bekräftigte Daniel Jositsch derweil gestern, 2027 wieder als Ständerat kandidieren zu wollen. Der Strafrechtsprofessor will das als Parteiloser tun.

    Natalie Rickli: «Ich prüfe eine Ständeratskandidatur»

    Der Zank in der Zürcher Kantonalsektion der SP ruft nun auch deren politische Gegner auf den Plan. So auch die SVP, deren Regierungsrätin und Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, Natalie Rickli.

    Sie erklärt gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Ich prüfe eine Ständeratskandidatur. Die Konsequenz wäre allerdings, im Frühling 2027 nicht mehr für den Regierungsrat zu kandidieren.»

    Die Parteileitung sei darüber bereits informiert. Bald soll es denn auch Gespräche über eine mögliche Ständeratskandidatur Ricklis geben.

    Eigentlich ein Gewinn für die Partei. Denn eine Rickli-Kandidatur für das Stöckli würde die Chance auf einen SVP-Sitz erhöhen.

    Rickli-Kandidatur birgt Risiken

    Nur: Das birgt für die SVP-Regierungsrätin Risiken. Würde sie kandidieren und scheitern, was bei der starken Konkurrenz durchaus möglich ist, stünde sie ohne Amt da.

    Denn auch Parteikollegin und Nationalrätin Nina Fehr Düsel bringt sich rund um eine Ständeratskandidatur ins Rennen. Ebenso FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann und die bereits genannte SP-Gallionsfigur Jacqueline Badran.

    Kann Jaqcueline Badran den Ständeratssitz von Daniel Jositsch für die SP verteidigen?

    Zeitgleich müsste die SVP ihre beiden Zürcher Regierungsratssitze mit neuen Kandidaten verteidigen. Auch das wäre ein risikobehafteter Schritt.

    Das räumt denn auch SVP-Kantonalpräsident Domenik Ledergerber gegenüber dem «Tages-Anzeiger» ein und sagt: «Sitze mit neuen Kandidaturen zu verteidigen – Das ist immer mit einem gewissen Risiko verknüpft.»

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    Kommentare

    User #6503 (nicht angemeldet)

    Hut ab von der Konsequenz die Partei zu verlassen. Eine Partei der Nichtarbeiteten und Träumer. Jeder in Bern sollte Wissen, woher er seinen Lohn bekommt.

    User #5676 (nicht angemeldet)

    Mit Frau Rickli wäre dann wenigstens jemand Erwachsenes im Raum.

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