Daniel Jositsch kandidiert als Parteiloser für Ständerat
Daniel Jositsch wird 2027 als Parteiloser kandidieren. Aus der SP, für die er seit 2015 im Ständerat sitzt, tritt er per sofort aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Daniel Jositsch verlässt die SP per sofort.
- Kürzlich wurde entschieden, den 61-Jährigen nicht mehr für den Ständerat aufzustellen.
- Er werde 2027 als Parteiloser kandidieren, erklärte Jositsch vor den Medien.
Knall bei den Sozialdemokraten: Daniel Jositsch verlässt die Partei per sofort.
An der Medienkonferenz in Zürich informiert der Politiker über seine Zukunft. Jositsch startet zuerst mit einem Rückblick, die SP habe bekanntlich auch einen sozialliberalen Flügel.
Vor einigen Jahren habe man sich dazu entschieden, diesem Flügel Raum zu geben. Gegen aussen habe man damit auch eine gewisse Breite zeigen können. «Das war vor 10 Jahren», sagt Jositsch.
Mittlerweile habe sich diese Situation geändert, die Parteileitung setzte auf einen klaren Linkskurs. Das sei nicht nur seine Wahrnehmung, betont Jositsch.
Es sei zunehmend schwieriger geworden, mit dieser Einstellung für Ämter nominiert zu werden. «Ich bin der letzte Exponent, der diese Positionen vertritt», sagt er vor den Medien.
Jositsch: «Wenn ihr mich wollt, dann habt ihr mich»
Er habe der Parteileitung vorgeschlagen, einen internen Nominationsprozess zu starten. «Wenn ihr mich wollt, dann habt ihr mich, aber dann auch mit den Positionen, die ich vertrete», so Jositsch.
Mit dem kürzlichen Entscheid der SP habe er sich in der Ansicht, dass die SP den sozialliberalen Flügel nicht mehr möchte, bestätigt gefühlt.

Die Delegierten der Zürcher SP hatten vergangene Woche mit 109 zu 94 Stimmen entschieden, den 61-Jährigen nicht mehr für die Ständeratswahlen aufzustellen.
«Ich habe mich entschieden, dass ich per sofort aus der SP austrete», erklärt Jositsch daraufhin vor den Medien.
«Ich werde 2027 noch einmal für den Sitz als Ständerat kandidieren.» Dies werde er parteilos tun. Bisher hätten keine Gespräche mit anderen Parteien stattgefunden.
«Mache keine Sahra-Wagenknecht-Übungen»
Eine eigene Partei zu gründen, das habe er nicht vor, sagt Jositsch. «Ich mache keine Sahra-Wagenknecht-Übungen.»
Die SP Kanton Zürich nimmt den Austritt von Jositsch «mit Bedauern zur Kenntnis». Man danke Jositsch für sein «langjähriges Engagement für die SP und für seine Arbeit als Zürcher National- und Ständerat».
Weiter schreibt die SP: «Wir richten den Blick nach vorne und halten am Ziel fest, den Zürcher Ständeratssitz 2027 mit einer sozialdemokratischen Kandidatur zu verteidigen.» Wer dafür kandidieren wird, ist noch offen.










