Stadt Zürich

    Futter knapp – Zürcher Bauer: «Rechne vor September nicht mit Regen»

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold, Elena Hatebur

    Zürich,

    Die Hitzewelle trifft die Schweizer Landwirtschaft mit voller Wucht, die Bauern bangen um das Futter für den Winter. Eine Reportage auf ausgedörrten Feldern.

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    Es will einfach nicht regnen: Bei den Bauern im Zürcher Oberland wird das Futter langsam knapp. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit Wochen ist es in der Schweiz trocken und heiss.
    • Das hat auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Bauern bangen um ihre Wintervorräte.
    • Reicht das Futter für den Winter nicht, müssten die Tiere sogar geschlachtet werden.

    Die anhaltende Hitzewelle hat die Schweiz fest im Griff. In den Städten flimmert der Asphalt, zwischen den Häuserfassaden staut sich die Hitze bis tief in die Nacht. Geöffnete Fenster und Klimaanlagen bringen vielerorts nur noch wenig Erleichterung.

    Abseits der Städte zeigt sich die Trockenheit jedoch von ihrer härtesten Seite. Auf den Feldern verdorrt das Gras, den Bauern gehen langsam die Reserven aus.

    «Seit wir hier sind, haben wir das noch nie erlebt», sagt Landwirt Ueli Rüegg zu Nau.ch. Er blickt auf seinen Brunnen, der erstmals kein Wasser mehr liefert.

    Frisches Gras wird zur Mangelware

    Auf dem Bachtel im Kanton Zürich kämpfen auch Dani Jucker und seine Tiere mit den Folgen der Hitze.

    «Es wächst natürlich kein Gras mehr», sagt der Landwirt. Seine Kühe lässt er deshalb über weite Teile der Nacht draussen. «Sie suchen immer noch ein bisschen – und finden auch noch etwas.»

    Im Stall könnten die Tiere zwar Heu fressen. «Aber das zehrt natürlich an meinen Reserven», sagt Jucker. «Irgendwann ist auch damit Schluss.» Noch reichten die Vorräte aus der letztjährigen Ernte für rund zwei Wochen.

    Bleibt der Regen weiter aus, müsse er bereits das Futter verfüttern, das eigentlich für den kommenden Winter gedacht sei. Auf Gewitter hofft der Landwirt zwar, doch einen nachhaltigen Wetterumschwung erwartet er noch lange nicht.

    «Ich rechne vor September nicht ernsthaft mit Regen», sagt er.

    Bleibt es trocken, müssen Kühe geschlachtet werden

    Noch versuchen die beiden Bauern, optimistisch zu bleiben. Wenn das Wetter im Herbst gut sei und man lange weiden könne, sei der Schaden nicht so gross, erklärt Rüegg.

    Bleibe die Trockenheit jedoch bestehen, werde das Futter knapp. «Dann müssen Tiere geschlachtet werden, weil das Futter über den Winter nicht reicht.»

    Auch aus finanzieller Sicht gäbe es dann Einbussen. Jucker relativiert vorerst: «In Panik ausbrechen müssen wir noch nicht.»

    Dass die Situation ernst ist, weiss aber auch er. «Dä dritt Schnitt chömmer wahrschinlich knicke», sagt er. Gemeint ist die dritte Heuernte.

    Wie geht es dir bei Temperaturen über 35 Grad?

    Selbst wenn der Regen zurückkehrt, dürfte das Problem nicht einfach verschwinden. Die wertvollen Futtergräser würden in der Hitze schnell verbrannt.

    «Wenn es dann tatsächlich wieder viel regnet, kommt wahrscheinlich eher Unkraut als irgendetwas anderes», erklärt Jucker.

    Dann müssten die Wiesen saniert werden – ein teures Unterfangen. Allein zehn Kilogramm Grassamen kosten laut Jucker rund 100 Franken. Damit lasse sich nicht einmal ein Hektar vollständig einsäen.

    Nächster Hitze-Höhepunkt kommt: «Das wird unangenehm»

    Ein Blick auf die bevorstehenden Temperaturen diese Woche bringt kaum Entspannung – eher im Gegenteil. Am Donnerstag wird der Hitze-Höhepunkt der Woche erwartet. Dann wird es in der Schweiz vielerorts wieder deutlich über 35 Grad heiss.

    «Das wird unangenehm», sagt Jucker. Viel Schatten und möglichst viel Luft, mehr könne man seinen Kühen momentan kaum bieten.

    Er habe bereits über ein Düsensystem nachgedacht, erzählt der Landwirt. «Damit die Kühe wenigstens duschen können.» Wie sich ein solches System umsetzen liesse, habe er allerdings noch nicht herausgefunden.

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    Kommentare

    User #4281 (nicht angemeldet)

    Und wer meint: "Ui halbe Ernte, halbes Einkommen!" sollte einfach mal endlich sich kurz informieren, wie viele Subventionen wir Steuerzahler an die Agrarindustrie abdrücken dürfen. Gewisse Betriebe erhalten ÜBER EINE HALBE MILLION FRANKEN IM JAHR. DIE GESAMTKOSTEN FÜR DIREKTE UND INDIREKTE SCHUTZZÖLLE, ZUSCHÜSSE USW. BETRAGEN SICH AUF ÜBER 5000 MILLIONEN FRANKEN IM JAHR. 5'000'000'000.- Also keine Sorge, das luxuriöse Einkommen der Bauern ist wie immer durch uns gesichert.

    User #4281 (nicht angemeldet)

    Die Landwirte leugnen ja selbst die Klimakatastrophe mit aller Kraft seit Jahrzehnten und verhindern JEGLICHE Klimaschutzmassnahmen und Naturschutzmassnahmen mit aller Kraft. Warum ist man jetzt erstaunt? Der Chef-Bauer Dettling, Chef-Bauer Ritter und all diese Bürgerlichen sagen ganz klar: ES IST GUT FÜR DIE BAUERN WENNS WÄRMER UND TROCKENER WIRD. Also, wenn jemand ruhig sein muss, dann die Bauern.

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