Hitzewelle – SRF-Bucheli: «Niemand kann sagen, habs schon erlebt»
SRF-Wetterfrosch Thomas Bucheli widerspricht mit historischen Daten aus Luzern jenen, die behaupten, die derzeitige Hitzewelle sei keine Ausnahme.

Das Wichtigste in Kürze
- SRF-Bucheli verglich Hitzetage in Luzern von 1886 bis heute mit aktuellen Werten.
- Vor 2003 gab es nur drei Jahre mit über 15 Hitzetagen, seither schon acht.
- Hält die Hitze bis Montag an, wäre es ein Juni-Rekord in Luzern.
Die Hitzewelle sorgt derzeit nicht nur für hohe Temperaturen, sondern auch für hitzige Diskussionen in den Kommentarspalten. SRF-Wetterfrosch Thomas Bucheli liest dort gemäss eigenen Aussagen immer wieder Sätze wie: «Das ist gar nichts Spezielles, das haben wir früher als Kind auch gehabt.»
In der Meteo-Abendausgabe von Montag ist er dieser Behauptung mit Zahlen auf den Grund gegangen. Als gebürtiger Luzerner warf Bucheli einen Blick auf die Daten der Messstation Luzern, die seit 1886 misst.
Das Ergebnis fällt deutlich aus: Von 1886 bis 2002, also in 117 Jahren, gab es gerade einmal drei Jahre mit mehr als 15 Hitzetagen, mit einem Höchstwert im Jahr 1947. Seit 2003 bis im vergangenen Jahr – also innerhalb von nur 22 Jahren – waren es bereits acht solche Jahre.
Und ein weiterer Fall dürfte gemäss Bucheli demnächst hinzukommen: Bereits im Mai habe es fünf Hitzetage gegeben, im Juni bislang sechs, weitere sieben könnten noch folgen.
Auch beim Blick speziell auf den Juni zeigt sich laut Bucheli ein klares Bild: Früher habe es im Schnitt nur einen oder zwei Hitzetage pro Juni in Luzern gegeben, in den letzten Jahren habe sich die Häufung jedoch verstärkt.
Und jetzt er Hammer: Sollte es bis und mit Montag in Luzern weiterhin Hitzetage geben, ist für Bucheli klar: «Es gibt niemand, der sagen kann: Ich habe das schon einmal erlebt!»
Weiterhin heiss: So geht das Wetter weiter
Während der Abendausgabe von «SRF Meteo» am Montagabend zeigte das Thermometer auf dem Dach in Zürich noch immer 32,9 Grad an. «Es ist zwar sehr heiss, aber zumindest nicht oder noch nicht tüppig», begann Bucheli seine Moderation.
Von der Grosswetterlage gebe es ansonsten aber nichts Neues zu berichten, meinte der SRF-Wetterfrosch. Die Schweiz stehe weiterhin unter dem kräftigen und sehr heissen Hochdruckgebiet mit Kern über der Nordsee. «Wir sind etwas am Südrand, aber wie gesagt, die Luft ist trocken.»

In der Nacht auf Dienstag habe eine sternenklare, wolkenlose Nacht für eine leichte Abkühlung gesorgt. Die Temperaturen lägen am Dienstagmorgen bei rund 17 Grad, in leicht erhöhten Lagen und im Raum Basel aber kaum unter 20 Grad.
Viel Sonnenschein auch am Dienstag
Am Dienstag gehe es ähnlich weiter wie am Vortag: viel Sonnenschein, kaum Wolken, später über den Alpen einzelne Quellwolken. Bis zum Abend bleibe es aber in fast allen Gebieten trocken, bei erneut 34 bis 36 Grad und plus 20 Grad auf 2000 Metern.
Zudem könnte die Bise wehen, in den westlichen Landesteilen teils mässig – sie bringe zwar keine Kühle, halte die Luft aber trocken. Damit dürfte es auch am Dienstag nicht zu tüppig werden.
Donnerstag und Freitag wird die Luft feuchter
Mit viel Sonne und hohen Temperaturen gehe es auch am Mittwoch und Donnerstag weiter, lediglich in den Bergen bestehe eine leichte Gewitterchance. Auf Donnerstag und Freitag stelle die Bise dann ab, der Wind drehe auf Südwest.

Dadurch werde die Luft feuchter, auch im Norden tüppiger, weshalb wieder vermehrt mit Gewittern zu rechnen sei – primär in den Alpen, vereinzelt aber auch im Flachland. Erst am Montag könnte es minimal weniger warm werden, bei aber immer noch über 33 Grad.














