Franziska Herren: «Sind auf Klimawandel nicht vorbereitet»
Die Ernährungsinitiative will mit pflanzlichen Lebensmitteln den Selbstversorgungsgrad in der Schweiz erhöhen. Sie scheitert heute klar am Ständemehr.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Ernährungsinitiative will die Schweiz weniger vom Ausland abhängig machen.
- Auf Ackerflächen sollen mehr pflanzliche Mittel angebaut werden.
- Doch die Schweizer Bevölkerung sagt klar Nein dazu.
Das dürfte ein klares Nein geben: Die erste sowie auch die zweite Hochrechnung sehen für die Ernährungsinitative einen Nein-Stimmenanteil von 72 Prozent vor.
Klar ist mittlerweile auch, dass die Initiative am Ständemehr scheitert.

Franziska Herren ist Initantin der Ernährungsinitiative. Den mageren Ja-Anteil wertet sie nicht negativ. «Für uns ist es ein gutes Resultat», sagt sie. «Wenn man sieht, dass wir vom Bundesrat und Parlament keine Unterstützung hatten.»
Sie geht nicht davon aus, dass die Initiative auf grösseren Zuspruch gestossen wäre, wenn diese bescheidener gewesen wäre. «Wir haben nur gefordert, was unbedingt umgesetzt werden müsste», sagt Herren.

Sie nennt dabei eine Wasserstrategie für sauberes Trinkwasser und sichergestellte Grundwasserressourcen. Weiter gehe es um eine nachhaltige Landwirtschaft zur sicheren Versorgung. «Wir sind auf den Klimawandel nicht vorbereitet.»
Bereits der Hitzesommer 2003 habe gezeigt, wie schnell es zu einer Wasserknappheit kommen könne, sagt Herren. «Weder die Wasser- noch die Landwirtschaft wurde vorbereitet.» Die Initiative sei sehr dringend. Sie geht davon aus, dass die Forderungen trotz Nein schnell umgesetzt werden.
Parlament und Bundesrat müssten gemäss Verfassungsauftrag dafür sorgen, dass die Schweiz innerhalb eines Jahres aus eigenem Boden ernährt werden könne.
Das will die Vorlage
Die Ernährungsinitiative fordert, dass der Bund einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt. Entsprechend soll er eine vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel basierende Ernährungsweise fördern. Darauf müsste sich die Land- und Ernährungswirtschaft einstellen, und auch Subventionen müssten entsprechend gestaltet werden.
Erreicht werden müssten diese Ziele innerhalb von zehn Jahren. Weiter müsste der Bund dafür sorgen, dass alle im Land mit Lebensmitteln und mit sauberem Trinkwasser versorgt sind.
Bei Stickstoffverbindungen und Phosphor dürfen 2008 definierte Höchstwerte nicht mehr überschritten werden.
Keine Partei unterstützt die Initiative. Die Grünen haben Stimmfreigabe beschlossen. Das Parlament und der Bundesrat lehnen das Begehren ab.
Das Nein-Komitee warnte vor einer realitätsfremden Bevormundung. Die geforderte Erhöhung des Selbstversorgungsgrads auf siebzig Prozent sei utopisch und nur durch drastische Eingriffe in Konsum und Produktion machbar.

















