Klimawandel

Röstis Uvek-Generalsekretär liess «Klimawandel» streichen

Fabienne Endras
Fabienne Endras

Bern,

Unter Röstis Generalsekretär sollten Begriffe wie «Klimawandel» vermieden werden. Interne Dokumente stützen dies, Rösti bestreitet aber ein Begriffsverbot.

Klimawandel
Im Uvek sollten Begriffe wie «Klimawandel» oder «Biodiversität» verhindert werden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter SVP-Bundesrat Albert Rösti und seinem Generalsekretär Yves Bichsel waren Begriffe wie «Klimawandel» nicht erwünscht.
  • Ein Ex-Beamter bestätigt Vorgaben für offizielle Botschaftstexte.
  • Röstis Sprecherin weist ein Begriffsverbot zurück – doch interne Dokumente widersprechen.

Begriffe wie «Klimawandel» und «Klimaerwärmung» waren unter SVP-Bundesrat Albert Röstis Uvek-Generalsekretär teilweise nicht erwünscht. Stattdessen sollten die Begriffe durch andere Wörter ersetzt werden. Das geht aus Recherchen des «SonntagsBlick» hervor.

Bundesrat Rösti ist der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Er und sein Generalsekretär Yves Bichsel führten nach Röstis Amtseinführung eine eher klimaskeptische Agenda. Dies berichten diverse Quellen in der Bundesverwaltung.

Gegenüber dem «SonntagsBlick» bestätigt der frühere Direktor des Bundesamts für Verkehr, Peter Füglistaler: «Nach dem Amtsantritt von Bundesrat Rösti mussten wir auf Geheiss seines Generalsekretärs Yves Bichsel einzelne Botschaftstexte anpassen, bei welchen das Wort ‹Klimawandel› vorkam.»

Röstis Sprecherin Franziska Ingold widerspricht: «Es gibt kein Begriffsverbot. Die Begriffe Klimawandel und Klimaerwärmung wurden und werden im Uvek immer wieder verwendet. Bundesrat Rösti und das Departement gebrauchen sie in Interviews und auch bei der Beantwortung parlamentarischer Vorstösse und in Botschaften.»

Interne Dokumente belegen Sprachanweisungen

Interne Papiere aus dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) zeigen ein anderes Bild. In einem Protokoll einer Arbeitsgruppe steht laut «SonntagsBlick» klar: «Aufgrund politischen Willens: Begriff Klimawandel nicht mehr gewünscht.»

Auch das Wort «Biodiversität» sei nicht mehr erwünscht. Stattdessen solle der Begriff «Landschaft» verwendet werden. Eine Sitzungsteilnehmerin habe vorgeschlagen, statt Klima künftig «ökologische Nachhaltigkeit» zu schreiben.

Welche Auswirkung könnte die Vermeidung von Begriffen wie «Klimawandel» auf die Umweltpolitik der Schweiz haben?

Besonders konkret zeigt sich der Einfluss des Uvek-Generalsekretariats beim Vergleich eines internen Entwurfs mit dem veröffentlichten Schlussdokument. In einem Bericht zum Agglomerationsprogramm wurde die Formulierung «klimaangepasste Siedlungsstrukturen» gestrichen.

Eine leitende Beamtin kommentierte im Entwurf: Sie wolle «keine Reizwörter nennen». Im finalen Dokument fehlte daraufhin die Formulierung vollständig. Ausserdem sei die gesamte fachliche Aufzählung konkreter Hitzeminderungsmassnahmen ersatzlos gestrichen worden.

Kommentare

User #6219 (nicht angemeldet)

Trump Manieren im UVEK!

User #3970 (nicht angemeldet)

Linke Wortklauberei.

Weiterlesen

a
661 Interaktionen
«Völlig unzureichend»
9 Interaktionen
Freiburg
asd  sf
4 Interaktionen
Experte warnt

MEHR KLIMAWANDEL

Klimawandel Waldbrand
40 Interaktionen
Bis 2100
Meer
27 Interaktionen
Forscher
16 Interaktionen
London
Michael Baumer
5 Interaktionen
Klimawandel

MEHR AUS STADT BERN

a
5 Interaktionen
3:3 gegen FCB
Dr. Sarah Schläppi
2 Interaktionen
«Sarah hat Recht»
Blum
28 Interaktionen
3:3 gegen den FCB