Herdenschutzhunde greifen Trailrunner an – kein Einzelfall!
Im Wallis ist ein Trailrunner auf einem Wanderweg von drei Herdenschutzhunden attackiert und verletzt worden. Es ist nicht der erste Zwischenfall.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Trailrunner Mathieu Clément wurde von drei Herdenschutzhunden attackiert.
- Der Vorfall ereignete sich, als er zu Trainingszwecken in der Nähe der Dent-de-Valerette im Wallis unterwegs war.
- Es ist nicht der erste Zwischenfall mit den Hunden.
«Ich dachte wirklich, ich wäre erledigt.» Mathieu Clément steht noch immer unter Schock. Der semi-professionelle Trailrunner aus Vuadens FR wurde Mitte Juli auf einem markierten Wanderweg attackiert – von drei Herdenschutzhunden.
Der Vorfall ereignete sich beim Überqueren einer Weide in der Nähe der Dent-de-Valerette oberhalb von Vérossaz im Wallis.
Wie die Westschweizer Zeitung «Le Nouvelliste» schreibt, ist Clément unterwegs zur Vorbereitung auf den Ultra-Trail du Mont-Blanc, als es passiert. Dabei handelt es sich um einen der bekanntesten Trail-Läufe der Welt. Trailrunning ist das Laufen auf unbefestigten Wegen in der Natur, beispielsweise eben in den Bergen.
Die Situation eskalierte schnell
Beim Passieren einer Schafherde verlangsamt Mathieu Clément sofort. «Ich ahnte, dass es Herdenschutzhunde geben könnte, und kenne das empfohlene Verhalten», erklärt er.
Trotzdem: Drei Hunde stürmen auf den Trailrunner zu. «Sie reichten mir über die Hüfte», schildert Clément der Zeitung.
Obwohl er nach eigenen Angaben ruhig bleibt, beisst ihn einer der Hunde ins Bein. Er wird zu Boden geworfen, wo ihn einer der Hunde zusätzlich ins Gesäss beisst.
«Ich sagte mir in diesem Moment: Wenn ich am Boden bleibe, werde ich gefressen.» Clément entscheidet sich, zu rennen. Er erreicht eine Alphütte und ruft um Hilfe, doch niemand antwortet.
Schliesslich entdeckt er einen Zaun. «Ich sprintete und sprang, aber einer der Hunde schaffte es, mir auf die andere Seite zu folgen. Er verfolgte mich noch weitere hundert Meter.»
Clément: «Das dauerte etwa 15 Minuten. Es war schrecklich.» Schliesslich erreicht er sein Auto und fährt verletzt in die Notaufnahme im Spital in Riaz FR.
Eine Woche später hinkt er noch immer und muss Antibiotika nehmen. «Das bremst meine Vorbereitung auf den UTMB. Aber es hätte viel schlimmer sein können. Stellen Sie sich jemanden vor, der nicht so rennen kann wie ich, oder ein Kind.»
Die Attacke ist kein Einzelfall
Clément ist nicht der einzige, dem es so ergangen ist. In einer Facebook-Gruppe für Wanderer in der Westschweiz berichtet ein weiterer Nutzer von einem ähnlichen Erlebnis. Zwei Tage nach dem Vorfall sei er an derselben Stelle auf dieselben Hunde getroffen.

Der betroffene Wanderweg ist inzwischen gesperrt und umgeleitet worden. Dies geschah laut dem Walliser Wanderverband Valrando «auf Wunsch der Landwirtin, der die Hunde gehören». Die Sperrung sei temporär, bis die Herde weiterzieht.
Die Behörden bestätigen gegenüber «Le Nouvelliste» einen klaren Trend: Mit mehr Grossraubtieren wie dem Wolf werden auch mehr Herdenschutzhunde eingesetzt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Wandernden auf den Bergwegen. Dies führe zu mehr Konflikten.















