Analyse von Wolfsurin könnte künftig Schafe schützen

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    Bern,

    Forschende haben herausgefunden, dass Wölfe stark auf fremden Wolfsurin reagieren. Das könnte als Geruchsbarriere für den Herdenschutz dienen.

    Wolf
    Wolfsurin könnte Schafe vor Wolfsangriffen schützen. Das haben Forschende herausgefunden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wölfe reagieren stark auf Urin anderer Wölfe.
    • Das haben Forschende des Schweizer Nationalfonds herausgefunden.
    • So liesse sich möglicherweise eine Geruchsbarriere erstellen, die Schafe schützen kann.

    Wölfe lesen mit der Nase: Der Urin fremder Artgenossen liefert ihnen wichtige Informationen über mögliche Eindringlinge.

    Besonders Leittiere mit Nachwuchs reagieren darauf aufmerksam, wie eine Studie der Universität Neuenburg zeigt.

    Die Ergebnisse der Studie seien ein erster Schritt, um zu verstehen, was Wölfe anzieht und abschreckt. Das teilte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Dienstag mit.

    Langfristig könnten die Erkenntnisse helfen, Geruchsbarrieren zum Schutz von Herden zu entwickeln.

    Leittiere reagierten stark auf die Geruchsbarrieren

    Für die Untersuchung beobachteten Forschende 13 Wölfe in fünf Rudeln in vier Schweizer Tierparks. Zwischen April und Juni 2024 platzierten sie ausserhalb der Gehege Geruchsstationen mit Wolfsurin. Zum Vergleich verwendeten sie menschlichen Urin.

    Die Tiere näherten sich den Stationen, schnüffelten daran und setzten teils eigene Urin- oder Kotmarkierungen. Dieses Verhalten trat bei Wolfsurin rund 13-mal häufiger auf als bei menschlichem Urin.

    Besonders stark reagierten die Leittiere. Sie besuchten die Geruchsstationen etwa doppelt so häufig wie untergeordnete Rudelmitglieder.

    Aus Sicht der Forschenden ist das plausibel: Wer ein Territorium, einen Partner und Junge verteidigt, hat bei einem möglichen Eindringling mehr zu verlieren.

    Idee der Geruchsbarrieren ist nicht neu aber unausgereift

    Ein Fall aus der Studie zeigt zudem, dass Wölfe Duftsignale je nach sozialem Status unterschiedlich deuten. Ein junges Weibchen reagierte als rangniedriges Tier zunächst kaum auf Wolfsurin.

    Nachdem es in einem anderen Rudel selbst zum Leittier geworden war, fiel seine Reaktion deutlich stärker aus. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift «Frontiers in Ethology» veröffentlicht.

    Sollte man vermehrt auf Herdenschutz setzen oder mehr Wölfe abschiessen?

    Nun wollen die Forschenden genauer entschlüsseln, welche Informationen im Urin stecken. Dazu sollen Proben bekannter Tiere biochemisch analysiert werden.

    Diese Idee sogenannter «biofences» sei nicht neu, aber noch nie gründlich untersucht worden. Es brauche noch jahrelange Forschung, bevor ein zuverlässiges Instrument für die Anwendung im Feld zur Verfügung stehe.

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    Kommentare

    User #5523 (nicht angemeldet)

    "Tolle" Studie...nur meistens und wie oftmals ohne tieferes Verständnis für Zusammenhänge! Gehegewölfe zeigen zB. ein anderes Verhalten, als "Freiläufer". Die "spüren" was echt ist und was "künstlich" erstellt wurde (auch der richtige "Brünzli-Platz" dafür, zählt mit. Die Wölfe werden weithin unterschätzt und ihre Fähigkeiten nicht erkannt, diejenigen, die das wissen, haben "stille Erfahrungen" gesammelt. Es würde nur eines klappen: Mehr Toleranz, beidseitig, opfert ab und zu ein Nutz-Schaf, weg von der Herde und beobachtet. HSH sind was fürs Flachland. Richtige Zaunfarbe und nachts einsammeln, wenn möglich. Orientiert euch! "Ein W.-Fachmann"

    User #3535 (nicht angemeldet)

    Die Idee mit Urin die Schafe zu schützen hatte ich schon vor zwei Jahre. Hoffe das klappt damit das Töten der Wölfe und Schafe endlich ein Ende hat

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