Rentenreform

    Gewerkschaften wehren sich gegen Rentenreform auf Kosten der Frauen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Travailsuisse und der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sprachen sich an einer Pressekonferenz gegen die Pläne des Parlaments zur «AHV 21»-Reform aus.

    SGB
    Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, bei der Einreichung der AHV-Initiative. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) wehrt sich gegen AHV-Reform-Pläne des Bundes.
    • Auch Travailsuisse kritisiert vor allem die Benachteiligung von Frauen als Affront.
    • Auch Arbeitnehmende mit niedrigen Löhnen würden bei der «AHV 21»-Reform benachteiligt.

    Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse und der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) wehren sich gegen die Pläne zur Reform der Altersvorsorge. Frauen und Arbeitnehmende mit tiefen Löhnen würden benachteiligt. Die «AHV 21»-Reform sei eine Rentensenkungsvorlage, erklärten die Gewerkschaften am Freitag an einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bern.

    Mit den bisherigen Beschlüssen des Parlaments würden Frauen ein Jahr länger arbeiten und höhere AHV-Beiträge bezahlen. Sie erhielten aber ihre Rente ein Jahr weniger lang. Das sei bei der Reform der Altersvorsorge ein Affront.

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    Die AHV-Rente beträgt monatlich zwischen 1’260 und 2’520 Franken. - keystone

    Mit der Altersvorsorge habe die Schweiz ein Instrument schaffen wollen, um ihrer älteren Bevölkerung ein Leben in Würde zu ermöglichen. Dies, indem sie sie von der Arbeitspflicht befreit, sagte SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard. Die Schweiz habe sich 1948 wohlhabend genug gefühlt, diese Entscheidung zu treffen. «Heute versuchen uns die bürgerliche Mehrheit und die Wirtschaft weiszumachen, dass dies nicht mehr der Fall ist.»

    Travailsuisse wünscht langfristige AHV-Strategie

    Die Altersreform, die nun aufgegleist sei, richte sich gegen die Frauen, sagte auch Adrian Wüthrich, Präsident von Travailsuisse. Die Gleichstellungspolitik in der Altersvorsorge des Parlaments sei «zynisch».

    Schaden nehme aber auch das Vertrauen in eine stabile Altersvorsorge. «Junge Menschen müssen mit einer guten Altersvorsorge rechnen können. Es braucht deshalb eine langfristige Strategie.»

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    Vorsorge wird immer wichtiger: Ein betagtes Ehepaar. - Keystone

    Frauen erhielten rund einen Drittel weniger Renten als Männer, sagte Gabriela Medici, stellvertretende Sekretariatsleiterin beim SGB. «Die Männer haben nun Anfang September so viel Rente erhalten, wie Frauen bis Ende des Jahres erhalten.» Trotz dieser «skandalösen» Rentenlücke wolle das Parlament in der AHV weitere 10 Milliarden Franken auf Kosten der Frauen sparen.

    Entscheidungen führen zu Rentensenkung

    Bei der 2. Säule und dem Reformprojekt «BVG 21» seien in den Kommissionen Entscheidungen gefällt worden, die die Renten senken. So würden diese von Erwerbstätigen bei der obligatorischen Altersvorsorge um 12 Prozent tiefer gehen.

    Arbeitnehmende mit niedrigen Löhnen würden besonders zur Kasse gebeten. Denn sie erhielten keinen Rentenzuschlag, müssten aber trotzdem für den Zuschlag anderer bezahlen, die mehr verdienten und hochprozentig arbeiteten.

    AHV
    Das Gebäude mit dem Logo der AHV. - zVg.

    «Dieser Vorschlag hat nichts mehr mit dem Kompromiss der Sozialpartner zu tun», sagte Medici. «Wir werden uns weiterhin für diesen Kompromiss einsetzen, uns aber auch damit auseinandersetzen, was passiert, wenn der Kompromiss nicht durchkommt.» Bereits früher hatten die Gewerkschaften angekündigt, allenfalls das Referendum zu ergreifen.

    Die Gewerkschaften rufen die Arbeitnehmenden deshalb dazu auf, am 18. September während der Herbstsession an einer Demonstration in Bern teilzunehmen. Mit der Kundgebung solle ein Zeichen gegen einen Rentenabbau zulasten der Frauen gesetzt werden.

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