Gastrosuisse bemängelt die träge finanzielle Entschädigung der Beizer und hat genug. Der Branchenverband kündigt eine Volksinitiative an.
Casimir Platzer spricht von den Härtefallgeldern, die nur ungenügend den Weg zu den Betrieben finden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gastrosuisse kritisiert die Art und Weise der finanziellen Unterstützung der Beizen.
  • Dem Sonderopfer Gastgewerbe werde nicht genügend Rechnung getragen.
  • Deshalb kündigt Gastrosuisse eine Volksinitiative für faire Pandemie-Entschädigungen an.

Dem Gastgewerbe reisst der Geduldsfaden. Gastrosuisse kündigt deshalb eine Volksinitiative an. Name: Gerechte Entschädigung im Pandemiefall.

Es gäbe heute viel zu viele Versäumnisse, sagte Mitte-Nationalrat Alois Gmür an einer Medienkonferenz in Bern. Deshalb müsse für künftige Pandemien vieles geklärt werden, um nicht die selben Fehler zu wiederholen.

Mitte-Nationalrat Alois Gmür unterstützt als Präsident des Verbands Schweizerischer Getränkegrossisten die Volksinitiative. - Keystone

Der Schwyzer ist Präsident der Parlamentarischen Gruppe Gastgewerbe, der Stände- und Nationalräte aus allen Parteilagern angehören. Er machte denn auch klar: «Die Politik war nicht auf eine solch lange Notsituation vorbereitet.»

Das Epidemiengesetz bilde zwar die Basis, strenge Massnahmen zum Schutz der Volksgesundheit zu ergreifen, allerdings sei darin kein Anspruch auf Entschädigung für betroffene Betriebe und Mitarbeitende definiert. Und genau dort liege der Knackpunkt.

beizen geschlossen
Das Restaurant Michelangelo in Zürich ist seit dem 22. Dezember 2020 geschlossen. - Keystone

Start der Unterschriftensammlung im «August, September»

«Branchen wie das Gastgewerbe, aber auch die Kultur und Eventbranche sind von der Krise besonders stark betroffen», sagte Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse. Da liege es doch auf der Hand, dass jene Branchen, die in dieser Krise ein Sonderopfer erbringen, angemessen entschädigt würden.

Geld wurde in der aktuellen Krise im Rahmen der Härtefall-Regelung zwar gesprochen. Der Bundesrat sprach von 10 Milliarden Franken. Bei den Betroffenen sei bis heute davon aber nur ein Bruchteil angekommen. «Die Härtefall-Regelung funktioniert nicht. Kantone und der Bund haben diesbezüglich weitgehend versagt.»

gastrosuisse volksinitiative
Casimir Platzer, Präsident GastroSuisse, rechts, spricht neben Mitte-Nationalrat Alois Gmür, Präsident der Parlamentarischen Gruppe Gastgewerbe, Mitte, und Massimo Suter, Vizepräsident Gastrosuisse und Präsident GastroTicino, an der Medienkonferenz von Gastrosuisse, am Montag, 29. März 2021 in Bern über die Volksinitiative, welche Gastrosuisse lanciert. - Keystone

Gastrosuisse will nun in einem nächsten Schritt, Allianzpartner suchen. «Wir werden diese Volksinitiative auf jeden Fall unterstützen», sagte Gmür als Präsident des Verbands Schweizerischer Getränkegrossisten. Denn die Initiative sei sehr wichtig für die Zukunft der Schweiz.

Initiativtext sei noch keiner vorbereitet. Dieser soll allerdings bis im Herbst vorliegen. «Wir haben Erfahrung mit Volksinitiativen», sagte Platzer. Er gehe davon aus, dass man im «August, September» mit dem Sammeln der Unterschriften starten werde.

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