Gericht

    Frau wegen Tötungsversuch mit Gift und Kabel in Zürich vor Gericht

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    Vor dem Obergericht des Kantons Zürich steht ab Montag eine Frau, die versucht haben soll, ihren Mann zu vergiften und mit einem Ladekabel zu erdrosseln.

    Obergericht des kantons zürich
    Das Zürcher Obergericht hat eine Therapie angeordnet und über drei Jahre Haft gegen den Mann verhängt. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Zürich steht heute eine Frau vor Gericht, die versucht haben soll, ihren Mann zu töten.
    • Auch ihr Mann muss sich verantworten: Er soll sie vergewaltigt und misshandelt haben.

    Vor dem Obergericht Zürich steht eine Frau, die ihren Mann angeblich vergiften und mit einem Ladekabel erdrosseln wollte. Gleichzeitig muss sich ihr Mann verantworten. Er soll seine Frau immer wieder vergewaltigt und misshandelt haben.

    Das Bezirksgericht Zürich hatte im November 2020 keine Zweifel an der Schuld der heute 54-jährigen Frau aus dem Kosovo.

    Sie habe dem Mann an einem Abend im April 2018 Medikamente in ein Getränk gemischt, um ihn damit zu vergiften. Als er am folgenden Morgen noch lebte, zurrte sie ihm ein Ladekabel um den Hals, um ihn zu erdrosseln. Er überlebte auch das.

    Nicht aus Notwehr, sondern aus Eifersucht

    Gehandelt habe sie laut Gericht nicht aus Notwehr, wie sie geltend gemacht hatte. Sie sei vielmehr eifersüchtig gewesen, weil der Mann im Kosovo eine deutlich jüngere Geliebte gehabt habe. Zudem habe sie das Vermögen der Familie sichern wollen, das sie wegen der Liebschaft in Gefahr sah.

    Das Gericht verurteilte sie wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren. Es ordnete eine Landesverweisung von sieben Jahren an. Damit blieb es deutlich unter der Forderung der Anklage.

    «Im Zweifel für den Angeklagten»

    Den heute 49-jährigen Mann, ebenfalls aus dem Kosovo stammend, hat das Bezirksgericht hingegen freigesprochen. Zwar schloss es nicht aus, dass die Frau Opfer des Ehemannes gewesen sei. Die Beweise reichten aber nicht für eine Verurteilung.

    Das Gericht folgte deshalb dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten». Eine bedingte Geldstrafe erhielt der Kosovare dagegen wegen Sozialhilfebetrugs.

    Der Staatsanwalt hatte für die Frau eine 16-jährige Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes gefordert. Für den Mann verlangte er vier Jahre Freiheitsentzug wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Die Frau wollte der Ankläger für 15 Jahre, den Mann für 10 Jahre des Landes verwiesen haben. Die Verteidiger forderten jeweils Freisprüche.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Bezirksgericht Zürich
    105 Interaktionen
    Angriff gestoppt
    zürcher obergericht
    4 Interaktionen
    Anwalt am Obergericht

    MEHR GERICHT

    1 Interaktionen
    Solothurn
    2 Interaktionen
    Zürich
    2 Interaktionen
    Zürich
    Rupert Stadler
    1 Interaktionen
    Celle/Ingolstadt

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Marcel Koller FC Aarau
    1 Interaktionen
    Brügglifeld-Trauma
    Tobias Langenegger
    16 Interaktionen
    Langenegger
    unfall
    Zürich-Wollishofen
    National League
    3 Interaktionen
    Rappi unterliegt Biel