Fans sauer: Sind Olympia-Übertragungen Gefahr für SRG?
Dass SRF nicht alle Olympia-Spiele der Schweizer Eishockey-Nati auf SRF zwei gezeigt hat, sorgt für Kritik. Hat das Einfluss auf die «Halbierungsinitiative»?

Das Wichtigste in Kürze
- Nicht alle Olympia-Spiele der Schweizer Eishockey-Nati wurden auf SRF gezeigt.
- Fans äussern Kritik und glauben, dass so die «Halbierungsinitiative» mehr Zuspruch erhält.
- Politologe Oliver Strijbis relativiert: «Ich denke, der Einfluss ist sehr beschränkt.»
Die Schweizer Eishockey-Nati steht an den Olympischen Spielen in Mailand im Viertelfinal. Heute Abend um 18.10 Uhr trifft das Team von Headcoach Patrick Fischer auf Finnland. Es geht um den Halbfinaleinzug.
Gute Nachrichten für alle Eishockey-Fans: Das Spiel wird live und in voller Länge auf SRF zwei übertragen. Anders sah es noch in der Gruppenphase aus.

Von drei Spielen mit Schweizer Beteiligung wurde nur die Partie gegen Kanada (1:5) komplett im TV gezeigt. Beim Auftakt gegen Frankreich (4:0) liefen im linearen Fernsehen lediglich die Schlussminuten.
Die Übertragung des Spiels gegen Tschechien (4:3 n.V.) wurde zweimal durch Schaltungen zu anderen Sportarten unterbrochen.
Im Stream zeigte SRF zwar alle Partien vollständig. Auf den Zusatzsender SRF Info wurde jedoch verzichtet.
Fans üben scharfe Kritik
In den sozialen Medien machen Eishockey-Fans ihrem Ärger Luft. So schreibt ein User: «Was SRF bei der Übertragung der Winterspiele bietet, ist wiederum einmalig (schlecht). Dann kriegen die es nicht gebacken, ein spannendes Spiel der Eishockey-Nati ganz zu zeigen und nehmen dadurch die ganze Spannung! »
SRF erklärt gegenüber «CH Media»: «Medaillenentscheidungen mit Schweizer Beteiligung zeigt SRF, wenn immer möglich, live im TV auf SRF zwei.»
Weiter heisst es: Bei Olympischen Winterspielen stünden häufig mehrere Schweizer Athletinnen, Athleten und Teams gleichzeitig im Einsatz. Deshalb schalte SRF zwischen Wettkämpfen hin und her – mit dem Ziel, stets dort zu sein, wo gerade Entscheidendes passiere.
Ein anderer User sieht gar politische Folgen: «Während die Schweizer Eishockey-Nati spielt, sendet SRF lieber Nordisch-Ski. Genau solche Entscheide liefern den Befürwortern der Halbierungsinitiative die besten Argumente.»
Am 8. März stimmt das Schweizer Volk nämlich über die «Halbierungsinitiative» ab. Ziel der Initiative ist es, die Haushaltsabgabe für Radio und Fernsehen von derzeit 335 Franken auf 200 Franken zu senken.
Politologe: «Ich denke, der Einfluss ist sehr beschränkt»
Könnten verärgerte Eishockey-Fans also tatsächlich Einfluss auf die Abstimmung haben? «Ich denke, Der Einfluss ist sehr beschränkt», sagt Politologe Oliver Strijbis auf Anfrage von Nau.ch. Wissenschaftliche Evidenz gebe es dazu allerdings nicht.
Zudem würden Personen, die SRF schauen, das Angebot ja offensichtlich nutzen. «Diese werden wohl auch dann eher gegen die Initiative stimmen, wenn sie nicht alles toll finden, was sie sehen.»

Der Professor für Politikwissenschaft an der Franklin University Switzerland ist überzeugt: «Die Olympischen Winterspiele schaden der SRG bestimmt nicht.»
Im Gegenteil: «Mit weniger Geldern würden die Sportfans viel weniger davon sehen, beziehungsweise die Sportübertragungen für Geld im Pay TV einkaufen müssen.»
Zu den Prognosen zur Abstimmung im März sagt Strijbis: «Auf meinem Prognosemarkt wetten über 100 Personen, darunter viele Politologinnen und Politologen auf den Ausgang der Abstimmungen.» Aktuell liege die daraus hergeleitete Vorhersage bei 80 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass die Initiative abgelehnt werde.
«Ein Ergebnis um die 46 Prozent Ja wird dabei als am wahrscheinlichsten gehandelt.» Eine Ja-Mehrheit käme daher einer recht grossen Überraschung nahe.





















