Deutscher Kulturstaatsminister wehrt Kritik an Berlinale ab

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Deutschland,

Nach einem offenen Brief mehrerer Filmschaffender zum Nahostkonflikt hat sich Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hinter die Berlinale gestellt.

ARCHIV - Wolfram Weimer (parteilos), Staatsminister für Kultur und Medien, spricht bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Gesprächsrunde mit Musikschaffenden im Bundeskanzlera...
ARCHIV - Wolfram Weimer (parteilos), Staatsminister für Kultur und Medien, spricht bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Gesprächsrunde mit Musikschaffenden im Bundeskanzlera... - Keystone/dpa/Christoph Soeder

Die Filmfestspiele in der deutschen Hauptstadt seien keine Nichtregierungsorganisation «mit Kamera und Regie», sondern ein Ort, an dem sich Filmschaffende entfalteten, offen miteinander diskutierten und alle Themen adressierten, sagte Weimer dem Sender «Welt TV». «Und das findet statt.»

Das Branchenblatt «Variety» hatte einen offenen Brief Dutzender Filmschaffender veröffentlicht, in dem Künstler wie Tilda Swinton der Berlinale eine mangelnde Positionierung im Gaza-Krieg vorgeworfen hatten.

Sie seien entsetzt über das «institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern», heisst es in dem Schreiben. Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Das ist auch die Position der deutschen Regierung. Die Unterzeichner des Briefs kritisierten auch Jurypräsident Wim Wenders und warfen der Berlinale Zensur vor.

«Es wird natürlich keine Zensur betrieben», sagte Weimer. Die Berlinale sei ein Ort, an dem Meinungen aufeinanderprallten, wo offen diskutiert werde. Die Bandbreite der politischen Debatte sei enorm gross.

Weimer stellte sich auch hinter den diesjährigen Jurychef Wenders. Er werde aus einer bestimmten Ecke von Aktivisten – «von Pali-Aktivisten» – bedrängt, «noch mehr zu sagen, noch mehr zu tun», sagte Weimer. «Ich würde ihn da gerne in Schutz nehmen, weil ich finde, er hat genau die richtigen Worte gefunden.» Wie immer sei die Berlinale eine sehr politische Veranstaltung. «Es werden die heiklen Themen alle angesprochen».

Seit dem Start des Filmfestivals ging es mehrfach um Politik, auch um den Nahostkonflikt. Wenders hatte bei einer Pressekonferenz gesagt, sie könnten sich nicht auf das Feld der Politik begeben. Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten, sie seien ein Gegengewicht zur Politik. Weimer sagte in dem Interview, er finde, Wenders und Festivalchefin Tricia Tuttle führten die Berlinale «sehr ausgewogen, sehr feinfühlig».

Kommentare

User #5443 (nicht angemeldet)

Weimer ist zu lasch und ein versteckter Grüner, so ganz nebenbei.

User #3892 (nicht angemeldet)

Einfach sämtlichen staatlichen Förderungen und Gelder streichen. Sollen die erfolgreichen Schauspieler solidarisch für ihre Kollegen zahlen

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