Experten warnen wegen Solaranlagen vor Blackout-Risiko
Solaranlagen haben eine Schwachstelle: Den Wechselrichter. In der Schweiz kommen viele dieser Geräte aus China. Das ist ein Risiko für das gesamte Stromnetz.

Das Wichtigste in Kürze
- Fast 12 Prozent des Schweizer Stroms wird durch Solaranlagen produziert.
- Nur: Diese Anlagen haben eine Schwachstelle, die das Stromnetz angreifbar machen könnte.
- Das besagt auch eine neue Studie. Sie warnt vor einem Blackout-Risiko in der Schweiz.
Sie gilt in der Schweiz als eine der beliebtesten erneuerbaren Energien: Die Sonnenenergie, die aus Solaranlagen gewonnen wird.
Nach der Wasserkraft ist die Solarenergie hierzulande die zweitgrösste erneuerbare Stromquelle. 2025 stammte 11,8 Prozent der inländischen Stromproduktion aus Energie, die durch Solaranlagen gewonnen wurde.
338’000 solcher Anlagen gibt es in der Schweiz bereits. Sie finden sich auf Parkhäusern und an Industriehallen, aber auch auf Hausdächern und privaten Garagen.
Herzstück der Solaranlagen sind permanent mit dem Internet verbunden
Nur: Von der Stromgewinnung durch Solaranlagen geht nun ein grosses Blackout-Risiko aus. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie hervor, die SRF vorliegt.
Das Problem dabei sind die sogenannten Wechselrichter, eines der wichtigsten Teile einer Solaranlage. Sie koordinieren die Stromgewinnung der Solaranlagen mit der Stromnutzung durch das Stromnetz.
Genau dort liegt die Blackout-Gefahr, erklären Experten. Denn: Die meisten dieser Geräte sind permanent mit dem Internet verbunden.
Solaranlagen könnten ausgeschaltet oder manipuliert werden
So kann ein Wechselrichter ferngesteuert werden, erklärt Andreas Leisiach, Sicherheitsexperte beim Nationalen Testinstitut für Cybersicherheit (NTC) gegenüber SRF.
Er warnt: «Das kann man gutartig nutzen, aber auch bösartig, um ein Gerät zum Beispiel auszuschalten oder zu manipulieren.»
Zudem würden auch viele Wechselrichter von einigen wenigen Herstellern stammen. Das sei ein Klumpenrisiko. Und: Rund 100’000 Schweizer Solaranlagen sind mit Wechselrichtern aus China ausgestattet.
Hersteller aus China liess US-Solaranlagen abschalten
Laut Raphalen Reischuk, Gründer des NTC, ist das ein Problem, denn: Wer die Wechselrichter von Solaranlagen kontrolliere, habe die Kontrolle über die Anlage. Und könne so auch das gesamte Stromnetz kontrollieren.
Dass das kein rein fiktives Szenario ist, zeigt ein Fall aus den USA. Dort liess ein chinesischer Wechselrichter-Hersteller aus der Ferne zahlreiche Solaranlagen ausschalten. Grund dafür war ein Vertriebsstreit.
Für die Schweiz könnte ein solches Szenario den Zusammenbruch des Stromnetzes zur Folge haben. Jedenfalls dann, wenn alle chinesischen Hersteller die Wechselrichter bei voller Solarleistung gleichzeitig abschalten würden.
Schweiz setzt weiter auf Wechselrichter aus China
Dieses Risiko will man in den USA und der EU nicht mehr eingehen. Sie wollen weg von den Wechselrichtern aus China, um das Stromnetz zu schützen.

Derweil wird in der Schweiz weiter auf chinesische Wechselrichter gesetzt – selbst von behördlicher Seite aus.
Nun warnt gar der Nachrichtendienst des Bundes (NDB): Schütze die Schweiz ihre kritische Infrastruktur weniger als die EU, drohe sie zu einem bevorzugten Angriffsziel zu werden.















