Es gibt so viele Kulturunternehmen wie noch nie
Noch nie gab es in der Schweiz so viele Kulturunternehmen wie 2024 – doch gleichzeitig arbeiten immer weniger Menschen in ihnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl der Kulturunternehmen in der Schweiz erreichte 2024 mit 69'441 einen neuen Höchststand.
- Trotzdem sank die Zahl der Beschäftigten im Kultursektor um rund ein Prozent.
- Die Kulturunternehmen werden immer kleiner und beschäftigen im Schnitt nur noch 3,5 Personen.
Noch nie hat es in der Schweiz so viele Kulturunternehmen gegeben wie 2024.
Der Kultursektor wuchs zuletzt gar stärker als die Gesamtwirtschaft. Trotzdem ging die Zahl der Beschäftigten insgesamt zurück.
Insgesamt 69'441 Kulturunternehmen zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) im Vorvorjahr, wie es am Freitag bekannt gab. Ein neuer Höchstwert also – seit 2011 stieg die Zahl der Betriebe in dem Sektor um 27 Prozent.
Gleichzeitig verzeichnete die Gesamtwirtschaft bei der Anzahl Betriebe ein Wachstum von 16 Prozent.

Der Anteil der Kulturunternehmen in der Schweiz stieg von 9,8 Prozent im Jahr 2011 auf 10,7 Prozent im Jahr 2024.
Damit erhöhte er sich innerhalb von 13 Jahren um 0,9 Prozentpunkte. Die Entwicklung verlief allerdings je nach Bereich unterschiedlich: Die Zahl der Unternehmen wuchs zwischen 2023 und 2024 in Audiovision und Multimedia besonders stark. Auch der Bereich Werbung verzeichnete ein Plus von mehr als sechs Prozent.
Auch das Kulturerbe und die Darstellenden Künste verzeichneten einen Zuwachs an Unternehmungen von mehr als drei Prozent. Das teilte das das BFS weiter mit.
Rückläufig war die Zahl der Betriebe hingegen im Kunsthandwerk. Und besonders deutlich im Bereich Buch und Presse, wo mehr als drei Prozent weniger Unternehmen gezählt wurden. Letzterer zählte 2024 sogar 12,3 Prozent weniger Unternehmen als vor der Pandemie im Jahr 2019.
Unternehmen werden immer kleiner
Entgegen dem Wachstum bei den Unternehmen sank die Zahl der Beschäftigten im Kultursektor derweil: Mit 241'025 Angestellten wurde für 2024 erstmals seit vier Jahren ein Rückgang von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Der Anteil des Kultursektors an der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz schrumpft denn auch seit Jahren kontinuierlich. Machte er 2011 noch 4,7 Prozent aller Beschäftigten aus, sank dieser Wert bis 2024 auf 4,2 Prozent.

Die sinkende Mitarbeiterzahl bei gleichzeitig mehr Betrieben führt laut dem BFS dazu, dass die Kulturunternehmen immer kleiner werden. Beschäftigte ein Kulturunternehmen im Jahr 2011 durchschnittlich 4,1 Personen, waren es 2024 nur noch 3,5.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Vollzeitstellen, deren Zahl pro Unternehmen im selben Zeitraum von 2,9 auf 2,3 zurückging. In der Gesamtwirtschaft blieben diese Werte laut BFS weitgehend stabil.












