Treibstoffversorgung trotz Raffinerieausfall in Cressier gesichert
Die Versorgung der Schweiz mit Benzin, Diesel und anderen Mineralölprodukten bleibt laut Bund trotz des Ausfalls der Raffinerie im neuenburgischen Cressier sichergestellt. Bei vorübergehenden Engpässen könnten die Pflichtlager angezapft werden.

Die Raffinerie in Cressier musste ihre Produktion diese Woche wegen eines technischen Defekts einstellen. Sie dürfte auch in der kommenden Woche ausser Betrieb bleiben. Die Anlage deckt etwas mehr als 30 Prozent des Schweizer Bedarfs an Mineralölprodukten.
Der Ausfall trifft auf eine bereits angespannte Versorgungslage, wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) in einer Medienmitteilung vom Freitag schreibt. Wegen des niedrigen Wasserstands des Rheins ist die Versorgung mit Mineralölprodukten seit mehreren Wochen erschwert.
Der Bund beobachte die Situation zusammen mit der Branche, hiess es weiter. Sollten sich vorübergehende Engpässe abzeichnen, könnten Bezüge aus den Pflichtlagern den Markt gezielt unterstützen und Versorgungslücken überbrücken. Die Pflichtlager für Benzin und Diesel entsprechen laut BWL grundsätzlich dem durchschnittlichen Bedarf von jeweils rund viereinhalb Monaten.
Cressier ist seit der Stilllegung der Raffinerie Collombey VS im Jahr 2015 die einzige noch betriebene Erdölraffinerie der Schweiz. Jährlich produziert sie rund drei Millionen Tonnen Benzin, Diesel, Heizöl, Flugtreibstoff und weitere Erdölprodukte.
Das Rohöl gelangt über eine Pipeline vom Mittelmeerhafen Fos-sur-Mer bei Marseille nach Cressier. Der übrige Schweizer Bedarf wird grösstenteils mit bereits raffinierten Mineralölprodukten aus dem Ausland gedeckt.
Eine ähnliche Situation gab es bereits 2015. Damals fiel die Raffinerie in Cressier wegen eines technischen Defekts mehrere Wochen aus, während gleichzeitig Niedrigwasser auf dem Rhein die Einfuhr von Mineralölprodukten erschwerte. Der Bund gab daraufhin Pflichtlager frei, um die Versorgung sicherzustellen.










