Busse droht: Hundehalter müssen Pipi wegputzen – hilft Yoga?
Neu müssen Hündeler in Chiasso das Pipi ihres Vierbeiners wegspülen. Dabei können sie «Can-Can-Yoga» praktizieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Gemeinde Chiasso setzt bei der neuen Pipi-Regel auf eine sportliche Kampagne.
- Um die Lache wegzuspülen, können die Halter selbst das Bein heben.
- «Wir wollten keinen autoritären Kommunikationsansatz verfolgen», sagt der Gemeindepräsident.
Frauchen und Herrchen brauchen ein Wasserfläschchen für den Spaziergang. Seit August verpflichtet die Gemeinde Chiasso TI, den Urin ihrer Hunde in der Stadt wegzuspülen.
Die Gemeinde macht mit einer sportlichen Kampagne auf die neue Pipi-Regel aufmerksam. Das heisst: Hebt Bello das Bein, kann der Halter gleich mitmachen. Die Rede ist von «Can-Can-Yoga», das sie beim Wegspülen der Lache praktizieren können.
«Can» leitet sich vom italienischen Wort «cane» für «Hund» ab.
«Stärkt die Fussgelenke und Beine»
Die Motive auf dem Plakat geben eine Anleitung für die Übungen. Bei der Baumposition steht die Hündelerin auf einem Bein. Die Hände führt sie mit der Wasserflasche im Griff vor der Brust zusammen.
«Diese Stellung stärkt die Fussgelenke und Beine und beugt Ausscheidungen vor», erklärt der Text dazu. Bei der Stuhlhaltung beugt die Halterin bei geradem Rücken die Knie. Über der Pipilache streckt sie die Arme mit der Flasche in den Händen nach vorne.
Beim «Krieger III» balanciert die Halterin auf einem Bein, beugt den Rumpf nach vorne und streckt ein Bein nach hinten. Dabei giesst sie das Wasser über die Lache und spült sie weg.
Auch nach dem Auflesen von Kot droht Muskelkater. Die Übungen beginnen beim Yoga-Klassiker «Hund» und enden mit der Dreieckspose. Dabei wird das Entsorgen zu einem kleinen Kunststück: Mit gedrehtem Oberkörper wirft der Halter das Säckchen in den Abfall.
«Spielerische Art»
Die Gemeinde hat die Kampagne bewusst locker und direkt gestaltet. «Wir wollten keinen, sagen wir, autoritären Kommunikationsansatz verfolgen», sagt Gemeindepräsident Bruno Arrigoni zum «Corriere del Ticino».
Es gehe vor allem darum, eine wichtige Botschaft zu vermitteln und die Stadt so sauber wie möglich zu halten. «Wir haben entschieden, dies auf eine etwas spielerische Art und mit einer humorvollen Gestaltung umzusetzen.»
Weniger witzig wird es für Hündeler, wenn sie die Ausscheidungen nicht wegspülen oder aufsammeln. In diesem Fall droht eine Busse von 100 Franken.
Chiasso ist nicht die einzige Gemeinde, die bei den Hündelern auf eine kreative Kampagne setzt. Die Gemeinde Erlenbach ZH versucht, mit Kothaufen-Analysen zum Auflesen des Kots zu motivieren.
Auf dem Plakat sind verschiedene Kothaufen abgebildet. «Von der Hundekot-Aufnahmepflicht profitieren alle», ist darauf zu lesen. Weiter erklärt das Plakat: «Am Hundehaufen kannst du nämlich erkennen, ob dein Liebling gesund ist oder ob ihm etwas fehlt.»























