Kanton St. Gallen verschärft Kurs gegen PFAS-Fleisch – Bauern hässig
Der Kanton St. Gallen will im Kampf gegen PFAS vorwärtsmachen. Das erzürnt die Landwirtinnen und Landwirte im Kanton. Sie fühlen sich «an den Pranger gestellt».

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ewigkeitschemikalie PFAS ist in der Schweiz überall zu finden: im Trinkwasser, in den Böden und in den Lebensmitteln.
- Nun will der Kanton St. Gallen den Kampf gegen PFAS-belastete Lebensmittel verstärken.
- Das löst bei den Landwirtinnen und Landwirten Unmut aus.
Spätestens seit der Bundesrat Ende 2025 einen Aktionsplan gegen sie ins Leben gerufen hat, sind sie in aller Munde: PFAS-Chemikalien, die im Volksmund auch «Ewigkeitschemikalien» genannt werden.
PFAS umfasst eine grosse Gruppe von künstlich hergestellten Chemikalien. Sie sind sehr wasser-, fett- und schmutzabweisend. Und: Sie bleiben extrem lange in der Umwelt haften.
In der Schweiz sind sie mittlerweile überall – konkret in 99 Prozent der Schweizer Böden – zu finden. Selbst auf dem Matterhorn und im Seealpsee sind sie zu finden. Auch unser Trinkwasser ist belastet. Ebenso wie unsere Nahrungsmittel.
Das Problem: Die PFAS-Chemikalien bleiben nicht nur in der Umwelt, sondern auch in unseren Körpern, jahrelang bestehen. Sie können Organe schädigen und auch Krebs auslösen.
Landwirtschaft unter Druck
Besonders auf PFAS achten muss deshalb die Landwirtschaft als Nahrungsmittelproduzentin. Sie ist stark betroffen, denn die Politik will den Ewigkeitschemikalien den Kampf ansagen.
So auch im Kanton St. Gallen. Dort konnte bis anhin auch Fleisch und Milch verkauft werden, das zu stark PFAS-belastet war.
Damit soll jetzt Schluss sein. Der Kanton will mehr gegen die PFAS-Belastung tun und das Lebensmittelgesetz strenger durchsetzen, teilt er in einem Brief mit.
Denn: Der Kanton fürchtet, dass Grossverteiler kein St. Galler Fleisch mehr annehmen, wenn eine zu hohe PFAS-Belastung weiter toleriert wird.
«Die Regierung schiebt die Verantwortung an die Landwirtschaftsbetriebe ab»
Keine Freude am Kurswechsel haben derweil die St. Galler Landwirtinnen und Landwirte. Sie fühlen sich vom Kanton «an den Pranger gestellt».
Gegenüber SRF erklärt Ruedi Thomann, Präsident des St. Galler Bauernverbands: «Zuerst bin ich erschrocken.»
00:00 / 00:00
Denn für Thomann ist klar: «Die Regierung schiebt die Verantwortung an die Landwirtschaftsbetriebe ab.» Er moniert, die Landwirtinnen und Landwirte könnten selbst gar nichts für die angespannte Situation rund um PFAS.
Im Gemüseanbau sind Selbstkontrollen bereits die Norm
Das will sie St. Galler Regierung nicht so stehen lassen. Gegenüber «Schweiz aktuell» erklärt Gesundheitsdirektor Bruno Damann: «Wir wollten den Bauern klar machen, dass sie Selbstkontrollen machen müssen.»
Denn dies sei ihre Aufgabe. Zudem sei diese Praxis im Gemüseanbau bereits gang und gäbe. Nur in der Viehzucht sei dies noch nicht ganz so bekannt.
Ausserdem würden die Tests vom Kanton bezahlt, so Damann. Und die Bäuerinnen und Bauern würden entschädigt, wenn ihr Fleisch die Grenzwerte überschreite und nicht verkauft werden könne.















