In einer jährlich durchgeführten Umfrage zeigt sich, dass der Ruf des Gesundheitssystems erheblich unter der Corona-Pandemie gelitten hat.
Die Digitalisierung des Gesundheitsmarktes würde den Ärzten bei der Diagnose helfen.
Die Digitalisierung des Gesundheitsmarktes würde den Ärzten bei der Diagnose helfen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch die Corona-Pandemie hat der Ruf des Gesundheitswesens stark gelitten.
  • Die Deutschschweiz zeigt sich in der Umfrage am kritischsten.
  • Mehr Gemeinschaftsverantwortung wünschen sich die meisten der Befragten.

Ein Jahr Corona-Pandemie hat am Ruf des Gesundheitswesens genagt und die Meinung, dass die Medikamentenpreise zu hoch sind, verstärkt. Mehr Menschen in der Schweiz sind nun für eine einheitliche Spitalfinanzierung und für mehr Leistungen der Krankenkassen.

Das Schweizer Gesundheitssystem sei unter der Covid-19-Krise nicht zusammengebrochen, es habe sich aber nicht vollständig bewährt. Dies ergab die jährliche Umfrage des «Gesundheitsmonitors» von Interpharma.

Sprachregionale Unterschiede

Es zeigen sich demnach deutliche sprachregionale Unterschiede zur Einschätzung des Gesundheitswesens: In der französischsprachigen und der italienischsprachigen Schweiz überwiegen mit 71 Prozent beziehungsweise 60 Prozent die positiven Stimmen. Das gesamtschweizerisch negative Resultat kommt durch die Deutschschweiz zustande, wo sich in der Umfrage 67 Prozent negativ geäussert haben.

Eine deutliche Mehrheit findet die Medikamentenpreise zu hoch und fordert eine Preisbeschränkung. Mit knapp 43 Prozent wollen zudem immer mehr einen Ausbau des Leistungskatalogs in der Krankenkassen-Grundversorgung. Dafür verantwortlich sieht der «Gesundheitsmonitor» die individuelle Kostenübernahme gewisser Covid-19-Tests.

Wieder mehr Gemeinschaftsverantwortung

Eine Mehrheit der Befragten wünscht aber weiterhin die freie Arztwahl. Sie gewichten den freien Zugang zu Medikamenten, die Qualität und auch die Quantität höher als Kostenüberlegungen.

Fazit des «Gesundheitsmonitors» ist dennoch: Rund um die Covid-19-Krise hat sich der noch 2020 festgestellte Wunsch nach mehr Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen abgeschwächt. 2021 überwiegt nun wieder ein verstärkter Wunsch nach Gemeinschaftsverantwortung und mehr Staat.

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