Der Sonntag dauert wegen der Zeitumstellung nur 23 Stunden

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

In Europa gilt wieder die Normalzeit, die Uhren wurden um 2 Uhr auf 3 Uhr gestellt. Darunter leiden vor allem Kinder und ältere Menschen.

Und wieder ist Zeit für Sommerzeit: Am Sonntag ist die Uhr am frühen Morgen von zwei auf drei Uhr gesprungen. (Symbolbild)
Und wieder ist Zeit für Sommerzeit: Am Sonntag ist die Uhr am frühen Morgen von zwei auf drei Uhr gesprungen. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Nacht wurden die Uhren von 2 auf 3 Uhr umgestellt.
  • Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden deswegen an einem Mini-Jetlag.
  • In der EU wurde deswegen eine Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert.

Die Uhren in der Schweiz und in den meisten europäischen Ländern sind in der Nacht auf Sonntag um eine Stunde vorgestellt worden. Es gilt wieder die Sommerzeit. Dieser Sonntag dauert damit nur 23 Stunden.

Um 2 Uhr wurden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Die Zeitumstellung auf die «mitteleuropäische Sommerzeit» (MESZ) beginnt jeweils am letzten Märzsonntag und endet am letzten Oktobersonntag.

Die Sommerzeit 2026 dauert 30 Wochen beziehungsweise 210 Tage. Am 25. Oktober werden die Uhren um 3 Uhr wieder auf 2 Uhr und die Normalzeit zurückgestellt.

zeitumstellung
Die Zeitumstellung wird kontrovers diskutiert. - keystone

Vor allem in den Schweizer Nachbarstaaten ist eine mögliche Abschaffung der saisonal bedingten Zeitumstellung zu einem politischen Thema geworden. Die EU-Kommission legte konkrete Pläne vor, allerdings zogen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union nicht mit.

Kinder und ältere Menschen leiden unter Mini-Jetlag

Kritiker der Zeitumstellung beklagen negative Auswirkungen für Gesundheit und Tierwohl. Vor allem Kinder und ältere Menschen würden demnach unter Mini-Jetlags leiden. Zudem gebe es mehr Verkehrsunfälle wegen Übermüdung. Auch der Landwirtschaft ist die Umstellung ein Dorn im Auge, weil die Milchleistung der Kühe geringer ausfallen soll.

Leidest du unter der Zeitumstellung?

In Europa wurde die Sommerzeit 1973 vor dem Hintergrund der Ölkrise das erste Mal eingeführt. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde mehr Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden mit dem Ziel, Energie zu sparen. Um nicht zur Zeitinsel zu werden, folgte die Schweiz 1981.

In der Schweiz ist das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas) für die Zeit zuständig. Es unterhält in seinen Laboratorien mehrere Atomuhren und beteiligt sich damit an der Realisierung der koordinierten Weltzeit (Universal Time Coordinated / UTC).

Genaue Zeit wird immer wichtiger

Aus den Daten von rund 350 bis 400 Atomuhren von über 60 Referenzlaboratorien in der ganzen Welt ermittelt das Internationale Büro für Mass und Gewicht in Sèvres bei Paris die koordinierte Weltzeit. Sie ist die weltweite Referenzzeit, die für alle Zeitzonen den Takt angibt.

Zur Feinjustierung der Weltzeit gibt es weltweit rund ein Dutzend besonders genaue Atomuhren, sogenannte Primärfrequenznormale. Eine dieser Uhren steht auch beim Metas in Wabern bei Bern. Diese Uhr mit dem Namen «Fontaine Continue Suisse» läuft so genau, dass es 30 Millionen Jahre dauern würde, bis zwei dieser speziellen Uhren eine Sekunde Unterschied aufweisen würden.

Die genaue Zeit spielt gemäss dem Metas eine immer wichtigere Rolle, etwa beim Börsenhandel oder der Umsetzung von Technologien.

Kommentare

User #4020 (nicht angemeldet)

Die Zeitumstellung ist absolut unnötig!

Weiterlesen

a
6 Interaktionen
«Zu extrem»
a
2 Interaktionen
Anstieg erwartet

MEHR ZEITUMSTELLUNG

andrea bauer
4 Interaktionen
Apropos
Zeitumstellung
13 Interaktionen
Studie
Zeitumstellung
334 Interaktionen
Zeitumstellung

MEHR AUS STADT BERN

Lunde YB
Lunde-Kolumne
Heinemann Mentalist
Gedankenleser
Simon Flückiger, CEO von Teo Jakob.
«Ordnung schaffen»
Dr. Sarah Schläppi
Sarah hat Recht