Sonnenfinsternis: So erkennst du, ob deine Augen Schaden nahmen
Am Mittwochabend verfolgten viele Schaulustige die partielle Sonnenfinsternis. Ob die Augen dabei Schaden nahmen, kann mit einem einfachen Test eruiert werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Gestern Abend zeigte sich am Himmel ein Spektakel.
- Die partielle Sonnenfinsternis verfolgten viele unter freiem Himmel mit direktem Blick in die Sonne.
- Ein einfacher Test kann zeigen, ob die Augen durch die Einstrahlung Schaden genommen haben.
Am Mittwochabend gegen 19.25 Uhr begann sich der Mond vor die Sonne zu schieben. Rund eine Stunde später erreichte die partielle Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt. Je nach Standort waren rund 91 bis 93 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt.
Viele Schweizerinnen und Schweizer verfolgten die Sonnenfinsternis unter freiem Himmel und suchten einen Ort mit gutem Blick auf die Sonne.
Wie gross das Interesse war, zeigte sich bereits in den Tagen davor. Wer das Spektakel beobachten wollte, brauchte nämlich eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille. Normale Sonnenbrillen schützen die Augen nicht ausreichend.
Vor Fachgeschäften, die solche Brillen vorrätig hatten, bildeten sich riesige Schlangen. So standen etwa in Bern mehrere hundert Leute vor dem Fotoladen Zumstein, um eine der begehrten Brillen zu ergattern.
Doch nicht alle Schaulustigen statteten sich mit den Schutzbrillen aus.
«Amsler-Chart» als Test
Optometrist Claudio Monstein behandelt im Geschäft Trotter Optik in Olten Kunden mit Sehproblemen und Augenerkrankungen. In ihrem Laden wurden zwar keine Sonnenfinsternis-Brillen verkauft, doch er warnte vor den Risiken.
Die Aufklärung über die Risiken funktioniere zwar einigermassen gut. Doch der Fachmann nimmt trotzdem immer wieder Unsicherheiten wahr. «Gerade weil eine Sonnenfinsternis nicht oft stattfindet, sind viele unsicher», so Monstein.
Wer ungeschützt in die Sonne schaut, riskiert Augenschäden. Symptome können laut Monstein nicht nur sofort, sondern auch Stunden oder Tage später eintreten. «Die Bandbreite an Symptomen ist gross», sagt Monstein.

Ein klassischer schwarzer blinder Fleck kommt – je nach Schweregrad – selten vor. Dies, da das Hirn versucht, die geschädigten Bereiche im Seheindruck zu reparieren, etwas zu schummeln.
Daher nimmt die betroffene Person oft einen blassen oder gräulichen Fleck wahr. Auch verschwommenes Sehen oder Verzerrungen, in der Fachsprache Metamorphopsien, können wahrgenommen werden.
Als Tipp empfiehlt Claudio Monstein den sogenannten «Amsler-Chart». Damit können eben solche Verzerrungen greifbar gemacht werden.
Dafür wird ein kariertes Blatt Papier benötigt. Mit einem Abstand von zirka 40 Zentimetern muss einäugig auf das Blatt geschaut werden. Liegen Metamorphopsien vor, werden die geraden Linien wellenartig und verzogen wahrgenommen.
Kam es gestern zu Augenschäden?
Ob es nach der gestrigen Sonnenfinsternis bereits bei einigen Schaulustigen zu Augenschäden gekommen ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Die Berner Insel-Gruppe teilt auf Anfrage von Nau.ch mit: «Zu einem allfälligen Anstieg seit Mittwochabend können wir aktuell noch keine belastbare definitive Einschätzung geben.»
Dafür sei der Zeitraum nach dem Ereignis zu kurz. Die Inselgruppe verweist darauf, dass Beschwerden nach einem direkten Blick in die Sonne häufig erst Stunden später auffallen.
«Grundsätzlich handelt es sich bei solchen Netzhautschäden um ein seltenes Ereignis», bestätigt die Insel Gruppe.














