Crans-Montana: Italo-Journalist entschuldigt sich bei Schweizern

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Chiasso,

    Ein Journalist aus Italien bezeichnet die Schweizer als «Komplizen von Mördern». Nach einer Anzeige macht er einen Rückzieher.

    Crans-Montana
    Journalist Mimmo Cugini gibt im Nachhinein zu, sich im Ton vergriffen zu haben. - Facebook

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nationalrat Giorgio Fonio erstattet Anzeige gegen den Journalisten Mimmo Cugini.
    • Grund ist ein Kommentar von Cugini auf Facebook im Zusammenhang mit Crans-Montana.
    • Der Italiener entschuldigt sich.

    Dem italienischen Journalisten Mimmo Cugini brennen die Sicherungen durch. «Ihr seid schändlich, Komplizen von Mördern», wirft der Mitarbeiter der «Gazzetta dello Sport» auf Facebook vor.

    Mit diesem Kommentar richtet er sich unter einem Post von Mitte-Nationalrat Giorgio Fonio (GR) an die Schweizerinnen und Schweizer.

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    Bei dem Brand in der Silvesternacht kamen 41 junge Menschen ums Leben, darunter sechs Italiener. Weitere 115 wurden verletzt. - Facebook

    Im Post schreibt Giorgio Fonio über seinen Auftritt im italienischsprachigen Schweizer Radio und Fernsehen RSI. Dort ist die diplomatische Eskalation zwischen der Schweiz und Italien Thema.

    Hat dich der Kommentar des Journalisten verletzt?

    Seit der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS kritisieren italienische Politiker fast täglich das Vorgehen der Schweizer Justiz.

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    Priorität habe in diesem Moment, die Wahrheit herauszufinden und die Gerechtigkeit walten zu lassen, sagte Fonio in der Sendung. «Die politische Instrumentalisierung in einer Sache wie dieser ist schlichtweg inakzeptabel.»

    Giorgio Fonio erstattet nach dem Facebook-Kommentar Strafanzeige gegen Mimmo Cugini.

    Der Kommentar enthalte «schwere Anschuldigungen, die als verleumderisch und diffamierend» gälten, argumentiert er.

    «In Ton und Art vergriffen»

    Inzwischen hat der Tessiner Nationalrat die Anzeige zurückgezogen. Grund dafür ist, dass sich Mimmo Cugini für den Kommentar entschuldigt.

    «Ich gebe zu, dass ich mich in Ton und Art vergriffen habe», schreibt Cugini den Tessiner Redaktionen. Darüber berichtet RSI.

    «Ohne nach Rechtfertigungen zu suchen, möchte ich nur erklären, dass meine Reaktion von meiner persönlichen Betroffenheit herrührt.» In der Folge habe er seinen Schmerz auf übertriebene Weise ausgedrückt.

    Er entschuldige sich beim Direktbetroffenen und allen Schweizer Bürgern, «die sich durch meine Behauptungen verletzt gefühlt haben.» Er hege kein Vorurteil gegenüber der Schweizer Staatsanwaltschaft und auch keinen Groll gegenüber Giorgio Fonio.

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