Crans-Montana: «Ich habe keine Notausgänge gesehen»
Beim Feuer in der Bar in Crans-Montana starben 40 Menschen, über 100 wurden verletzt. Im Ticker bleibst du über die neusten Entwicklungen im Bild.
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Das Wichtigste in Kürze
- In Crans-Montana läuft die Aufarbeitung der Feuer-Katastrophe im «Le Constellation».
- Bei der Tragödie am Neujahrstag starben 40 Menschen, über 100 wurden verletzt.
- Im Ticker hält dich Nau.ch auf dem Laufenden.
Nach der Feuer-Tragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana mit 40 Toten steht die Aufarbeitung im Zentrum. Der Bar-Inhaber sitzt in Untersuchungshaft, seine Frau und Mit-Inhaberin ist auf freiem Fuss. Derweil kommen immer mehr Details über das Ehepaar ans Licht.
Im aktuellen Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden:
Zeugenaussagen: «Ich habe keine Notausgänge gesehen»
04.48: Neue, brisante Zeugenaussagen werfen ein immer düsteres Licht auf die Sicherheitslage in der Unglücksbar «Le Constellation». Laut den von der «RTS» eingesehenen Ermittlungsakten sagten mehrere Gäste, die sich in der Neujahrsnacht im Untergeschoss aufhielten, sie hätten keine Notausgänge gesehen.
Eine 16-jährige Besucherin schilderte den Ermittlern, es habe «enorm viele Leute» gegeben, die verzweifelt versucht hätten, durch die kleine Eingangstür zu entkommen. «Ich bin mir nicht sicher, ob es im Keller einen Notausgang gab.»

Ein 17-Jähriger, der kurz vor Ausbruch des Feuers in den Keller gegangen war, äusserte sich ähnlich. Er sagte, die Gäste hätten zunächst gar nicht begriffen, dass es brenne – und was ihn überrascht habe, sei «der Mangel an Notausgängen» gewesen.
Auch eine ehemalige Serviceangestellte, die an diesem Abend im Keller ausgeholfen hatte, bestätigte gegenüber den Ermittlern, sie habe keine sichtbaren Brandschutzvorrichtungen wahrgenommen. Ihr Freund, der ebenfalls anwesend war, meinte offenbar genauso entschieden: «Ich habe kein System mit den kleinen grünen Schildern für Notausgänge gesehen».
Auf Anfrage von RTS gaben die Anwälte der Angeklagten keine Stellungnahme ab. Am Samstag bekräftigten sie, dass der Notausgang im Keller dauerhaft geöffnet sei.
Bar-Besitzer Moretti: «Mindestens vier Wegweiser zu den Notausgängen»
In den Stunden nach der Tragödie wurde Jacques Moretti von den Ermittlern zu den Fluchtwegen befragt. Zu diesem Zeitpunkt war gegen ihn noch keine formelle Anklage erhoben worden.
Der Franzose erklärte dabei, das Lokal habe über zwei Notausgänge verfügt – einen im Erdgeschoss und einen weiteren im Untergeschoss – und diese hätten den gesetzlichen Vorgaben entsprochen.

Nach seinen Angaben seien die Fluchtwege klar gekennzeichnet gewesen: Die grünen Hinweisschilder mit den entsprechenden Symbolen hätten sich an mehreren Stellen befunden, insgesamt habe es mindestens vier Wegweiser zu den Notausgängen gegeben.
Servicetür im Erdgeschoss von innen verschlossen
Im Kontext der Notausgänge ist auch ein früherer Bericht von «RTS» brisant. Dort hiess es, dass der Besitzer von «Le Constellation» gegenüber den Ermittlern zugegeben hatte, dass die Servicetür im Erdgeschoss von innen verschlossen war. Dies habe er in der Nacht der Tragödie bemerkt.
Dem Bericht zufolge erklärte Jacques Moretti, der erst nach dem Brand am Unglücksort eintraf, er habe die Tür von aussen geöffnet und dabei mehrere leblose Körper vor der Tür vorgefunden. Er gab zudem an, nicht zu wissen, warum der Ausgang blockiert war.
Wichtig: In einer ersten Version war zunächst die Rede von einer Notausgangstür im Untergeschoss, die verschlossen war. Diese Angaben wurden daraufhin von «RTS» korrigiert.














