ETH Zürich

    ETH Zürich: Korallen bergen ungeahntes medizinisches Potenzial

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Nicolas Eggen

    Zürich,

    Forschende der ETH Zürich entdecken in Korallen Hunderte unbekannte Mikrobenarten. Diese produzieren Substanzen, die grosses Potenzial für Medikamente bergen.

    Korallen  ETH Zürich
    Eine neue Studie zeigt: Korallen sind eine regelrechte Natur-Apotheke. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein neue Studie zeigt: Koralle sind eine regelrechte Natur-Apotheke.
    • Forschende haben in Korallenriffen Hunderte unbekannte Mikrobenarten entdeckt.
    • Diese produzieren Substanzen , die Potenzial für die Entwicklung neuer Medikamente bergen.

    Ein Forschungsteam der ETH Zürich hat in Korallenriffen Hunderte unbekannte Mikrobenarten entdeckt. Laut einer Studie im Fachmagazin «Nature» produzieren diese Substanzen, die grosses Potenzial für die Entwicklung neuer Medikamente bergen.

    Studienleiter Jörn Piel warnte in einer Mitteilung der ETH Zürich vom Donnerstag: «Wir stehen unter Zeitdruck, dieses Potenzial zu erschliessen und zu behüten.» Die Studie zeige, wie immens der Verlust dieser Natur-Apotheke wäre.

    ETH Zürich: 645 verschiedene Arten von Bakterien identifiziert

    Die Studie wurde durch die ETH Zürich in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne (EPFL) und einem internationalen Forschungsteam durchgeführt.

    Die Forschenden haben 645 verschiedene Arten von Bakterien und sogenannten Archaebakterien identifiziert. Archaebakterien sind eine andere Form von Mikroorganismen. Über 99 Prozent davon waren der Wissenschaft bisher unbekannt.

    Grundlage der Studie waren rund 800 Korallenproben, die während einer Expedition des Forschungsschiffs Tara im Pazifik gesammelt wurden.

    Mittels Hochleistungscomputern setzte das Team aus den in den Proben enthaltenen DNA-Schnipseln das Erbgut der Mikroorganismen zusammen.

    Die Analyse zeigte, dass die Mikroben meist auf eine bestimmte Korallenart spezialisiert sind.

    Setzt du dich für Umweltschutz ein?

    Im Erbgut der Mikroorganismen entdeckten die Forschenden ein grosses Potenzial für die Produktion von Naturstoffen.

    Diese Substanzen könnten für medizinische Therapien oder biotechnologische Anwendungen genutzt werden.

    Laut den Forschenden ist das Potenzial im Riff grösser als im gesamten offenen Ozean. Die hohe Dichte an Lebewesen im Riff könnte der Grund für die Vielfalt an Abwehrstoffen sein.

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    Kommentare

    User #6491 (nicht angemeldet)

    Interessant, wie laut und selbstgerecht manche Kommentare sind, wenn es nur um Korallen geht: Man kann meckern, Vorwürfe verteilen und fragen 'Was tun Sie?, während Klimawandel, Verschmutzung, Überfischung und Kriege ungehindert weiter Schäden anrichten. Wissenschaft zeigt Probleme auf, Lösungen liegen bereit – wer wirklich helfen will, kann sich informieren, nachhaltiger handeln, Projekte zum Umweltschutz unterstützen oder politischen Druck für konkrete Massnahmen erzeugen. Laut sein reicht nicht; Verantwortung übernehmen schon – dazu braucht es weder Kleber noch Kuhglocken.

    User #2468 (nicht angemeldet)

    Wie wertvoll die Korallen sind , weiss man schon lange. Aber der Mensch brachte auch hier fertig, sie zu zerstören..Also ist diese Studie nutzlos.

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