Crans-Montana: Betreiberpaar wird zum ersten Mal verhört
Heute Morgen wurde das Betreiberpaar der Katastrophen-Bar in Crans-Montana erstmals als Beschuldigte verhört.

Das Wichtigste in Kürze
- Gegen die Betreiber der Bar «Le Constellation» läuft eine Strafuntersuchung.
- Am Freitagmorgen wurde das Betreiberpaar erstmals als Beschuldigte verhört.
- Der Barbetreiber Jacques Moretti ist bereits polizeibekannt.
Tage nach der Silvester-Tragödie in Crans-Montana VS steht die Welt noch immer unter Schock. Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» kamen 40 Menschen ums Leben. 116 weitere Personen wurden teils schwer verletzt.
Heute findet in Martigny eine Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer statt. Am frühen Morgen wurde das Betreiberpaar der Katastrophen-Bar erstmals als Beschuldigte verhört.
Gegen die Betreiber des «Le Constellation» läuft eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst eröffnet.
Vernommen wurde das Ehepaar Moretti bereits zuvor. Jedoch als Zeugen, und nicht als Beschuldigte.
Bei den Besitzern der Bar handelt es sich um ein französisches Ehepaar. Zu den Vorwürfen, es habe jahrelang keine Kontrollen in ihrer Bar gegeben, äusserte sich der Mann, Jacques Moretti.
«Alles im Rahmen der geltenden Normen»
Gegenüber mehreren Westschweizer Medien erklärte er am Freitag, seine Bar sei innerhalb von zehn Jahren dreimal kontrolliert worden. Er versicherte, dass dabei «alles im Rahmen der geltenden Normen» abgelaufen sei.
Medienberichten zufolge hielt sich der Mann zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im «Le Constellation» auf. Sondern in einem der beiden anderen Lokale des Paares. Seine Frau, Jessica Moretti, die während des Brandes vor Ort war, wurde leicht am Arm verletzt.

Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud hatte am Freitag vor den Medien gesagt, die Ermittler verfolgten «alle, wirklich alle Spuren». Keine Hypothese werde ausgeschlossen oder vernachlässigt. Einige Verdachtsmomente hätten sich bereits bestätigt.
Ihr zufolge deutet alles darauf hin, dass das Feuer von «Wunderkerzen» ausging. Diese seien auf Champagnerflaschen angebracht worden und zu nahe an die Decke gekommen.
Barbetreiber war schon polizeibekannt
Es ist nicht das erste Mal, dass Jacques Moretti mit den Strafverfolgungsbehörden zu tun hat. Bereits seit Jahrzehnten ist der 49-Jährige den französischen Strafverfolgungsbehörden bekannt. Gemäss der Zeitung «Le Parisien» war der aus Korsika stammende Mann vor rund 30 Jahren in Zuhälterei verwickelt.
Zudem soll er vor etwa 20 Jahren eine Haftstrafe wegen Betrugs, Entführung und Freiheitsberaubung abgesessen haben.
Die Walliser Behörden untersuchen aktuell mögliche Sicherheitsmängel und Umbauten, insbesondere im Untergeschoss der Bar. Laut Ermittlern habe Jacques Moretti einige Arbeiten selbst vorgenommen.

Auch an der Treppe, dem einzigen Fluchtweg aus dem Untergeschoss, sollen bauliche Änderungen vorgenommen worden sein. Sie wurde verengt. Sie spielte bei der Katastrophe eine entscheidende Rolle.














