Crans-Angehörige dürfen Überwachungs-Bilder anschauen

    Simon Huber
    Simon Huber

    Crans-Montana,

    Neue Videoaufnahmen des tödlichen Brandes in der Bar «Le Constellation» könnten den Fall neu aufrollen. Angehörige können die Videos demnächst einsehen.

    Crans-Montana
    Die Ermittlungsakten im Fall «Le Constellation» bringen neue Details ans Licht. - Screenshot / X

    Das Wichtigste in Kürze

    • Neue Überwachungsvideos zeigen den Ausbruch und Verlauf des Brandes in Crans-Montana.
    • Die Angehörigen können erstmals die letzten Momente der Opfer sehen.
    • Die Ermittler hoffen derweil auf neue Erkenntnisse.

    Im Fall des verheerenden Brandes in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana kommt Bewegung in die Ermittlungen. Ab der kommenden Woche erhalten Anwälte erstmals Zugang zu den Überwachungsbildern aus der Unglücksnacht, berichtet «Le Matin Dimanche».

    Die Brandtragödie in der Silvesternacht forderte 41 Menschenleben, darunter zahlreiche Jugendliche.

    crans-montana
    Der Eingang der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, wo in der Silvesternacht Dutzende junge Menschen ums Leben kamen. - keystone

    Die Aufnahmen stammen von insgesamt 14 Kameras im Innern des Clubs. Sie zeigen, wie sich das Feuer innerhalb weniger Minuten ausbreitet und wie Gäste verzweifelt versuchen, zu fliehen. Ergänzt werden die Videos durch Polizeifotos, die teils auch die Opfer zeigen.

    Angehörige können die Videos ansehen

    Später sollen laut «Le Matin Dimanche» auch Angehörige die Möglichkeit erhalten, die Bilder zu sehen. Für viele ist das jedoch eine schwere Entscheidung.

    Während einige darauf verzichten, wollen andere unbedingt erfahren, was ihre Liebsten in den letzten Momenten durchgemacht haben.

    Die Videos könnten eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung spielen. Sie sollen helfen zu klären, wie genau sich der Brand entwickelte und wer welche Verantwortung trägt. Besonders im Fokus steht die Betreiberin des Clubs, die an jenem Abend vor Ort war.

    Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Show-Element mit brennenden Effekten das Feuer ausgelöst haben könnte. Innerhalb von Sekunden griffen die Flammen auf die Decke über und breiteten sich rasch aus. Kurz darauf kam es zu Panik unter den Gästen.

    Behörden gehen vorsichtig mit sensiblen Material um

    Auch die Fluchtwege könnten entscheidend gewesen sein. Berichten zufolge war ein Ausgang nur teilweise geöffnet, was zu einem gefährlichen Rückstau führte. Dichter Rauch und die schnelle Ausbreitung des Feuers verschärften die Situation zusätzlich.

    Wird die Brandkatastrophe von Crans-Montana lückenlos aufgeklärt?

    Die Behörden gehen äusserst vorsichtig mit dem sensiblen Material um. Die Videos dürfen nur unter strengen Auflagen und in kleinen Gruppen eingesehen werden. Aufnahmen oder Kopien sind verboten.

    Für die Angehörigen bleibt die Konfrontation mit den Bildern eine enorme Belastung. «Darauf kann man sich nicht vorbereiten», sagt eine beteiligte Anwältin gegenüber «Le Matin Dimanche».

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    Kommentare

    User #4839 (nicht angemeldet)

    Erbaermliches Verhalten der Schweizer Regierung gegenueber Italien und der Familien was die Spitalrechnungen betrifft.

    User #2468 (nicht angemeldet)

    Die Video s können nicht nur eine zentrale Rolle spielen. Sondern ist das Wichtigste für die Aufklärung. Und dass Bewegung in den Fall kommt, scheint nötig zu sein.

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