Gioia Porlezza (Jungfreisinnige) hat sich noch nicht gegen das Coronavirus boostern lassen. Die 30-Jährige beobachtet nun ein Schwarz-Weiss-Denken.
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Gioia Porlezza, Vizepräsidentin Jungfreisinnige Kanton Zürich, hat sich noch nicht boostern lassen. Eine ältere Frau bezeichnete sie anschliessend als Impfgegnerin. - Facebook / Gioia Porlezza

Das Wichtigste in Kürze

  • Gioia Porlezza sorgte mit einem Tweet für Aufsehen.
  • Die Jungfreisinnige wurde als Impfgegnerin bezeichnet, weil sie noch nicht geboostert ist.
  • Porlezza erklärt: «Ich hatte eine sehr schwere Impfreaktion auf die zweite Impfung.»

«Heute bin ich als doppelt Geimpfte als Impfgegnerin bezeichnet worden, weil ich mit dem Booster noch zuwarte. Aber sonst geht's noch?»

Der Twitter-Post von Gioia Porlezza, Vize-Präsidentin Jungfreisinnige des Kanton Zürich, schlägt hohe Wellen. Innert kurzer Zeit wird dieser über 700-mal geteilt. Doch, was ist genau passiert?

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Gioia Porlezza erzählt, dass sie wegen fehlendem Booster als Impfgegnerin bezeichnet worden ist.
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Genauso regt sie sich aber über Schwurbler-Kommentare auf. Der 30-Jährigen fehlt die Sachlichkeit.

Gegenüber Nau.ch erzählt die Jung-Politikerin (29), dass sie für die «Lex Netflix» Unterschriften gesammelt habe. «Ich wurde von einer älteren Dame auf die Corona-Politik angesprochen. Und das Gespräch ergab die Frage, ob ich bereits geboostert sei.»

Porlezza verneinte – die Frau entgegnete: «Ah, eine Impfgegnerin also.»

Aus persönlichen Gründen noch nicht drittes Mal gegen Coronavirus geimpft

Porlezza stellt klar, dass sie «absolut keine Impfgegnerin» sei. Weshalb sie mit der dritten Impfung gegen das Coronavirus zögere, habe persönliche Gründe. «Ich hatte eine sehr schwere Impfreaktion auf die zweite Impfung, die mir noch in den Knochen steckt. Ich habe schlichtweg einen ‹heiden Respekt›.»

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Gioia Porlezza (Jungfreisinnige) will mit der dritten Impfung gegen das Coronavirus noch zuwarten. - Keystone

Sie sei die erste aus ihrem Freundeskreis gewesen, die sich gegen das Coronavirus habe impfen lassen. «Ich weiss, dass ich eine Ausnahme war mit der Reaktion. Angst ist aber nichts Rationales. Deshalb brauche ich noch etwas Zeit für den Ruck – boostern lasse ich mich aber auf jeden Fall.»

«Wir stecken in einem Schwarz-Weiss-Denken fest»

Die Reaktion der älteren Frau habe sie nachdenklich gemacht. Die erste Frage hätte aus ihrer Sicht eine menschliche sein sollen. Nämlich: «Warum lassen Sie sich denn noch nicht boostern?»

Haben Sie sich schon boostern lassen?

«Beim Impfen geht es für viele nicht mehr um Gesundheit, es geht um eine persönliche Einstellung. Sich ‹aus Prinzip› (nicht) impfen zu lassen, ist für viele ein politischer Entscheid, kein gesundheitlicher.»

Die Sachlichkeit sei verloren gegangen. Diese könne nur durch Zuhören, und indem man Fakten aufnehme, entstehen, so die Jungfreisinnige. «Wir stecken in einem Schwarz-Weiss-Denken fest. Wir wollen nur noch das hören, was unsere bereits vorhandene Meinung stützt.»

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