Stadt Zürich

Erfolgsmodell EWZ Solarquartier: «Wir brauchen mehr PV-Produzenten»

EWZ
EWZ

Zürich,

In Zürich bildet das EWZ derzeit lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Diese leiten nachhaltigen Strom an die Nachbarschaft weiter. Das Interesse ist gross.

EWZ Solarquartier Zürich Photovoltaik
PV-Anlage auf ABZ-Siedlung Entlisberg 4. - Reto Schlatter

Wie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ mitteilt, können Eigentümerschaften von Photovoltaikanlagen seit Januar 2026 ihren überschüssigen Strom über lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) an die Nachbarschaft verkaufen.

Davon möchten in der Stadt Zürich bereits 6000 Strombezüger profitieren und nachhaltigen Solarstrom aus einer EWZ-LEG im Quartier beziehen.

Möglich ist dies mit EWZ Solarquartier: Derzeit werden rund 130 LEGs von EWZ gebildet – ein schweizweit beachtlicher Erfolg. Zu den Vorreiterinnen zählt die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ), die mit 28 PV-Anlagen dabei ist.

Substanzielle Investitionsanreize, Dachflächen mit PV auszubauen

«Mit unserem LEG-Produkt EWZ Solarquartier haben wir einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz geschaffen, damit Solaranlagen nicht nur zugebaut werden, sondern damit langfristig hohe Erträge erzielt werden können», sagt Corinne Pellerin, Leiterin Markt und Kunden bei EWZ.

Dank LEG verkaufen Solarstromproduzierende ihren überschüssigen Strom direkt an Verbraucher im Quartier – und das zu attraktiveren Konditionen als bei der herkömmlichen Rückspeisung.

In Kombination mit den Förderbeiträgen von EWZ entstehen damit substanzielle Investitionsanreize für private und institutionelle Immobilienbesitzende, ihre Dachflächen möglichst vollflächig mit Photovoltaikanlagen auszubauen.

Denn je mehr Solarstrom vor Ort produziert wird, desto grösser ist der wirtschaftliche Nutzen für Produzierende ebenso wie für das Quartier; zudem wird das Stromnetz entlastet.

Solarpotenzial von rund 500 GHh bis 2040 vollständig ausschöpfen

Aktuell gibt es in der Stadt Zürich fast 2900 PV-Anlagen mit knapp 100 Megawatt Peak Leistung. Sie produzieren im Schnitt rund 80 Gigawattstunden (80 Millionen Kilowattstunden) Solarstrom pro Jahr.

Gemäss städtischer Photovoltaikstrategie soll das Solarpotenzial von rund 500 Gigawattstunden (GWh) bis 2040 vollständig ausgeschöpft werden.

«Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn private und institutionelle Liegenschaftsbesitzende sowie Genossenschaften konsequent Photovoltaikanlagen zubauen, denn ihnen gehören rund 85 Prozent des Gebäudeparks», so Pellerin weiter.

Attraktiver Mehrwert für Produzierende – jetzt PV-Potenzial nutzen

Mit Solarquartier bietet EWZ eine schweizweit führende Rundum-sorglos-Lösung für lokale Elektrizitätsgemeinschaften. In der Stadt Zürich bildet EWZ derzeit rund 130 LEGs. Rund 6000 Strombezüger wollen sich bereits anschliessen – die Nachfrage nach lokal produziertem Solarstrom wächst kontinuierlich und übersteigt in mehreren Quartieren bereits heute das verfügbare Angebot.

«Diese Dynamik zeigt, wie gross das Interesse an lokalem Solarstrom ist. Damit wir die hohe Nachfrage decken können, brauchen wir jedoch zusätzliche PV-Produzenten, die ihre Anlagen einbringen und ihre Mehrproduktion über EWZ Solarquartier vermarkten», sagt Corinne Pellerin.

Einstieg ist einfach und wirtschaftlich attraktiv

Für Produzenten ist der Einstieg einfach und wirtschaftlich attraktiv: EWZ garantiert einen Abnahmepreis von 14 Rappen pro Kilowattstunde. Damit erzielen sie planbare, stabile Erlöse und steigern die Rentabilität ihrer Anlagen – ohne administrativen Mehraufwand.

EWZ übernimmt die gesamte Koordination, Messung und Abrechnung. Der Anschluss erfolgt vollständig digitalisiert und in nur drei Schritten.

Auch für Strombezüger ist das Modell interessant: Der lokal produzierte Solarstrom kostet gleich viel wie das EWZ-Standardprodukt. Sie beziehen damit erneuerbare Energie aus der Nachbarschaft – ohne Mehrkosten, aber mit direktem Beitrag zur Energiewende im eigenen Quartier.

Wohnbaugenossenschaften als starke Partnerinnen

Wohnbaugenossenschaften übernehmen eine wichtige Vorreiterrolle, da sie meist als Produzenten und Verbraucher teilnehmen können.

«Dank der LEG-Lösung von EWZ Solarquartier war für uns klar, dass wir alle 28 Photovoltaikanlagen auf unseren Siedlungen im Stadtgebiet anmelden», sagt Eliane Hurni, Bereichsleiterin Gebäude und Umgebung und GL-Mitglied bei der ABZ.

Die ABZ ist die grösste gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft der Schweiz mit über 5000 Wohnungen in der Stadt und im Grossraum Zürich. Eliane Hurni: «Die Teilnahme an EWZ Solarquartier stärkt unsere Wertschöpfung und ermöglicht unseren Mietern den direkten Zugang zu Solarstrom aus der eigenen Siedlung.»

Photovoltaik-Anlagen bauen und profitieren

Die Rahmenbedingungen, insbesondere in der Stadt Zürich, könnten nicht besser sein, um jetzt PV-Anlagen zu realisieren: So können Investitionen in Photovoltaikanlagen aktuell noch steuerlich geltend gemacht werden, bevor die Regelung zur Anrechnung des Eigenmietwertes abgeschafft wird.

Und wer clever kombiniert, profitiert: Mit EWZ Solarsplit wird Solarstrom direkt und unkompliziert an die Mietparteien der entsprechenden Liegenschaft veräussert.

Kombiniert man zusätzlich mit EWZ Solarquartier und liefert Strom an die Nachbarschaft im Quartier, können so noch optimalere Erlöse generiert werden.

Wer darüber hinaus einen Batteriespeicher anschafft, verstärkt diesen Eigenverbrauchs-Effekt zusätzlich.

Mehr zum Thema:

Kommentare

René Weiersmüller

Das EWZ der Stadt Zürich braucht mehr PV-Produzenten? Da geht womöglich der Schuss nach hinten los: Gemäss den von jedermann einsehbaren Daten des Bundesamtes für Energie wies das Jahr 2025 in den sechs Sommermonaten einen teils massiven Stromüberschuss auf. Dies trotz markant weniger erzeugten Atomstrom. Wegen des Netzgleichgewichtes muss dieser Überschussstrom (samt Subventionen und Einspeisevergütungen)zwingend weg, koste es was wolle. Eine spezielle Ausbildung braucht es nicht: Kommt in diesen Überschussmonaten noch der grössere Teil des erzeugte Solarstroms aus dem Flachland dazu, muss auch dieser zusätzlich weg. Das ist das Problem der Energiewende; sie kann in der angedachten Art mit Solarstrom aus dem Flachland systembedingt gar nicht gelingen. Wer die Mühe nicht scheut, google nach "Die solare Energiewende – eine Fata Morgana" und arbeite den entsprechenden Text sorgfältig ab.

User #5389 (nicht angemeldet)

E-Autos verbieten=Stromfresser!!

Weiterlesen

Teilzeit
112 Interaktionen
1. Mai
fribourg-gottéron
68 Interaktionen
Gottéron-Titel

MEHR AUS STADT ZüRICH

1 Interaktionen
Zürich
Brecher Huber
60 Interaktionen
Nach Brecher-Patzer
Alexander Hack FC Zürich
4 Interaktionen
Vertrag verlängert
Zürich
10 Interaktionen
Zürich