Die Testoffensive des Bundesrats gegen das Coronavirus läuft nicht wie erwünscht. Viele Kantone und Unternehmen zeigen kein grosses Interesse an Massentests.
Coronavirus -
Ein Mann im Schutzanzug testet eine Frau auf das Coronavirus. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Testoffensive gegen die dritte Welle läuft nicht wie gewünscht.
  • Viele Kantone zögern mit Massentests in Schulen oder Firmen.
  • Auch grössere Unternehmen planen nicht mit Massentests.

Im Kampf gegen eine dritte Welle des Coronavirus will der Bundesrat unter anderem viel testen. Doch die Offensive scheint derzeit nicht wie gewünscht voranzugehen. Denn nicht nur wenige Kantone planen vorerst keine Massentests. Auch Unternehmen zeigen kein grosses Interesse an einer Teilnahme, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Bei den Kantonen liegt das Problem demnach häufig bereits bei der Planung. In den Kantonen Waadt, Freiburg, Wallis, Solothurn, Luzern und Schwyz soll erst in den kommenden Wochen entschieden werden, wie man mit den Flächentests genau vorgehen möchte.

Auch Zürich ist bisher nicht weit fortgeschritten, habe laut Gesundheitsdirektion jetzt eine «Arbeitsgruppe gebildet, um die Teststrategie zu überarbeiten».

Zurückhaltende Strategie

Andere Kantone sind zwar schon weiter fortgeschritten, verhalten sich aber eher zurückhaltend. Basel-Stadt zum Beispiel möchte im April 20'000 Tests pro Woche durchführen. Mit 10 Prozent der Bevölkerung sind das aber deutlich weniger als die von Gesundheitsminister Berset geforderten 40 Prozent. Erst im August sollen es dann 60'000 bis 120'000 Tests sein.

Nachbar Basel-Land hingegen führt schon jetzt pro Woche 50'000 Tests durch – bei 290'000 Einwohnern. In den nächsten Wochen dürften es nur noch mehr werden. Auch Graubünden macht in Sachen testen vorwärts, wobei wöchentlich mehr als 20'000 Schüler geprüft werden. Zudem gäbe es laut der «SonntagsZeitung» «grosses Interesse» bei den Unternehmen im Kanton.

aargau vier corona mutation
Coronavirus-Test in einem Labor. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Bern und Aargau bemühen sich ebenfalls, das Testen gegen das Coronavirus auszuweiten. Wöchentlich sollen 250'000 respektive 200'000 Tests durchgeführt werden können. Doch das Erreichen dieser Zahlen scheint zu diesem Zeitpunkt noch eher weit entfernt.

Viele Grossbetriebe planen keine Massentests gegen das Coronavirus

Wieviel schlussendlich getestet wird, hängt nebst den Kantonen auch von Betrieben ab. Grosse Unternehmen mit viel Kundenkontakt, wie die Migros, Denner oder Coop, halten sich vorerst zurück. Auch die SBB testet ihr Personal «nicht aktiv», wie Sprecher Martin Meier der Zeitung mitteilt. Die Post sehe von «unternehmensweiten Massentests» ab.

Als Vorbild dienen möchte die Bundesverwaltung. Bis am 9. April soll für die ganze eidgenössische Verwaltung die Möglichkeit bestehen, sich zu testen. Dennoch bräuchte es noch weit mehr Offensiven, um den Plan des Bundesrats erfolgreich umzusetzen.

Mehr zum Thema:

Bundesrat Migros Coop Denner SBB Die Post Coronavirus