Coronavirus: Nur drei der neun toten Giswiler Heimbewohner geimpft

    Andrea Schweizer
    Andrea Schweizer

    Obwalden,

    In einem Altersheim in Obwalden starben kürzlich neun Menschen am Coronavirus. Die Heimleitung soll bezüglich Impfdurchdbrüchen gelogen haben.

    Coronavirus
    Seniorinnen und Senioren warten auf ihre Impfung gegen das Coronavirus durch Pflegefachleute. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Obwaldner Altersheim «dr Heimä» starben neun Bewohnerinnen und Bewohner an Corona.
    • Die Heimleitung spricht von Impfdruchbrüchen.
    • Doch von neun Verstorbenen waren nur drei geimpft.

    Es sind erschreckende Nachrichten aus dem Altersheim «dr Heimä» in Obwalden. Neun Bewohnerinnen und Bewohner verstarben seit dem 8. Oktober an den Folgen des Coronavirus. Nun ermittelt die Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft.

    Impfdurchbruch als Ausrede?

    Angehörige und das Pflegepersonal wandten sich an die Presse. Die Heimleitung habe Angestellte nicht zur Einhaltung der Maskenpflicht aufgerufen. Sogar der Heimleiter selber soll zum Verzicht der Maske aufgefordert haben. Doch es wurde noch verheerender.

    Heim Coronavirus
    Eine Person in einem Heim trägt eine Maske. (Symbolbild) - sda

    Laut der «Luzerner Zeitung» sprach der Heimleiter bei den Todesfällen von sogenannten Impfdurchbrüchen. Also Infektionen mit dem Coronavirus trotz Impfschutz. Für die Wirkung des Impfstoffes bedeute dies nichts Gutes, so der Heimleiter.

    Die kantonale Gesundheitsdirektion widersprach. Es handle sich «um eine Falschaussage». Der stellvertretende Sekretär des Gesundheitsdepartements in Obwalden hält fest: Von neun verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohnern waren nur drei gegen das Virus geimpft.

    Coronavirus: Wenige Impfwillige in Obwalden

    Insgesamt zählt das Heim 50 Bewohner. Von ihnen haben gerade einmal 32 den kompletten Impfschutz. «Die Impfung von Heimbewohnern liegt in der Verantwortung des Kantons», sagt Stiftungsratspräsident Albert Sigrist. Mehr will er zu den Geschehnissen gegenüber der «Sonntagszeitung» nicht sagen.

    Coronavirus Booster-Impfung
    Eine Person in einem Altersheim bekommt die Impfung gegen das Coronavirus. - Keystone

    Auch gegen Sigrist laufen Ermittlungen. Im Kanton Obwalden ist die Impfquote – auch in den Altersheimen – tief. Kantonsarzt Mario Büttler sagt gegenüber der Zeitung, dass es erst kürzlich eine Impfaktion in allen Heimen gab. «Trotzdem liessen sich nur etwa zwei Drittel der Bewohner impfen.»

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