Der Bundesrat will Tests von Symptomfreien auf das Coronavirus kostenpflichtig machen. Für Natalie Rickli und dem Kanton Zürich geht das nicht weit genug.
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Alain Berset und Natalie Rickli sprechen während eines Point de Presse am Flughafen Zürich, im März 2021 - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Natalie Rickli gehen die vom Bundesrat angekündigten Verschärfungen nicht genügend weit.
  • Der Kanton Zürich will keine Covid-Zertifikate nach einem Test wegen Symptomen ausstellen.
  • Auch die Gründe für ein ärztliches Attest sollen klar definiert werden.

Der Bundesrat will den Corona-Test-Gürtel enger schnallen: Ab dem 1. Oktober sollen Schnelltests auf das Coronavirus für symptomfreie Personen nicht mehr vom Staat bezahlt werden. Ungeimpfte, welche in Clubs oder ins Stadion wollen, müssen die Kosten also selbst berappen. Die neuen Vorschläge wurden von Gesundheitsminister Alain Berset zur Konsultation an die Kantone geschickt.

Der Kanton Zürich und seine Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli stehen dabei nicht nur hinter dem Bundesrat; sie würden sogar noch weiter gehen. Die SVP-Regierungsrätin hat sich auch  in der Vergangenheit immer wieder für mehr und schnellere Verschärfungen ausgesprochen als der Bundesrat.

Insbesondere bei zwei Punkten will Rickli in der Konsultations-Antwort noch härter durchgreifen.

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Natalie Rickli, SVP-Regierungsrätin des Kantons Zürich. Sie will das Test-Regime auf das Coronavirus enger schnallen als vom Bundesrat vorgesehen. - keystone

Rickli und ihre Kollegen fordern, dass nach einem - weiterhin kostenlosen - Test aufgrund von Symptomen kein Covid-Zertifikat ausgestellt wird. Dies soll verhindern, dass Personen Symptome vortäuschen, um an ein Zertifikat für den Club- oder Stadionbesuch zu kommen.

Coronavirus: Erhalten von Attest erschweren

Auch das Ausstellen von ärztlichen Attesten aus «medizinischen Gründen» soll schwieriger werden. Mit einem Attest können Personen bestätigen, dass sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können. Somit dürfen sie sich auch weiterhin kostenlos testen lassen.

Hier will der Kanton Zürich ansetzen und nur noch aus ganz wenigen und klar definierten Gründen ein Attest ausstellen lassen. Zulässig wären nach der SVP-Regierungsrätin nur noch diagnostisch nachgewiesene Allergien auf den Impfstoff, sowie eine Schwangerschaft im ersten Trimester.

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Das Zertifikat belegt, dass man gegen das Coronavirus geimpft, getestet oder genesen ist. - Keystone

Mit den beiden vorgeschlagenen Verschärfungen zielt Natalie Rickli vor allem auf eines: Zusätzliche Motivation für Ungeimpfte, sich nun impfen zu lassen.

Zum Vorschlag der wissenschaftlichen Corona-Taskforce, welche eine 2-G statt 3-G-Strategie vorschlägt, äussert sich der Kanton nicht. Die Taskforce brachte diese Woche die Möglichkeit ins Spiel, gar keine Covid-Zertifikate an negativ Gestestete mehr auszustellen.

Soll nach einem Corona-Test wegen Symptomen auch weiterhin ein Zertifikat ausgestellt werden?

Wie weit der Bundesrat auf die Forderungen des Zürcher Regierungsrates eingehen wird, zeigt sich am kommenden Mittwoch. Dann entscheiden Alain Berset und seine Kollegen über allfällige Verschärfungen.

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