Die Kantone Zürich und Freiburg bilden das Schlusslicht bei der Impfung gegen das Coronavirus. Freiburg gibt dem Verteilschlüssel des Bundes die Schuld daran.
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Zürich und Freiburg sind die beiden Impfschlusslichter der Schweiz. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Impfkadenz in der Schweiz ist letzte Woche um 33 Prozent gestiegen.
  • Doch die Kantone impfen lange nicht alle mit dem gleichen Tempo.
  • Schlusslicht bilden die Kantone Zürich, Freiburg und Schwyz.

Das Impftempo hat in der Schweiz in den letzten Tagen an Fahrt gewonnen. Vom 6. Mai bis 12. Mai wurden in der Schweiz 496'634 Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht.

Allein am Samstag hat der Vakzin-Hersteller Moderna zudem 750'000 neue Dosen an die Schweiz geliefert. Von Pfizer/Biontech folgt eine Lieferung von rund 119'000 Impfdosen.

Coronavirus impfen
Der Kanton Zürich hat für Juni 120'000 neue Impftermine gegen das Coronavirus freigeschaltet. - Keystone

Doch nicht alle Kantone impfen gleich schnell. Das Schlusslicht der Impftabelle bilden per 12. Mai die Kantone Zürich (9,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft), Freiburg (12,2 Prozent) und Schwyz (12,2 Prozent).

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Die Freiburger Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre schiebt dem Bund die Schuld am Freiburger Impfrückstand in die Schuhe. «Der Bund verteilt die Impfdosen an die Kantone gemessen am Anteil der Menschen, die über 65 Jahre alt sind.» Das sagte die Staatsrätin am Freitag gegenüber «Radio Freiburg».

Da die Bevölkerung von Freiburg eher jung sei, erhalte der Kanton entsprechend weniger Dosen und sei deshalb im Rückstand. Der Bund solle die Impfdosen stattdessen gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl verteilen, fordert Demierre.

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Anne-Claude Demierre (M.), Freiburger Gesundheitsdirektorin, kritisiert die Impfstoff-Verteilung des Bundes. - Keystone

Das BAG seinerseits erklärt auf Anfrage von Nau.ch, dass es sich bei den Vorwürfen aus Freiburg wohl um ein Missverständnis handeln müsse. Denn die Impfdosen würden ja bereits proportional zur Bevölkerung verteilt.

Dies sei auch auf der Internetseite des BAG so ersichtlich.

Coronavirus BAG
Die aktuellen Bestimmungen des BAG zur Verteilung der Impfdosen innerhalb der Kantone. - Screenshot BAG

Diese Verteilung werde jedoch erst seit Mai so gehandhabt, heisst es bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich auf Anfrage. «Das BAG hat per Ende April den Verteilschlüssel angepasst», sagt Sprecherin Lina Lanz. Damit werde über die ganze Impfphase eine Gleichbehandlung sämtlicher Kantone sichergestellt.

Denn vor dem 1. Mai erfolgte die Verteilung der Corona-Impfdosen in der Tat auf der Grundlage der Anzahl Risikopersonen, die in einem Kanton leben. Zu den Risikopersonen zählen unter anderem alle Personen ab 65 Jahren.

Nicht alle Kantone impfen gleich schnell gegen Coronavirus

Doch nicht nur die Anzahl verteilter Impfdosen, sondern auch das Impftempo innerhalb der Kantone wirkt sich auf die «Impfrangliste» aus. Somit haben es die Kantone zu einem grossen Teil auch selbst in der Hand. Und dabei schneiden Zürich und Freiburg nicht besonders gut ab.

Zürich hat per 12. Mai von 42,76 erhaltenen Impfdosen pro 100 Einwohner 34,45 verimpft (Differenz 8,31). In Freiburg sind es bei 42,03 Dosen pro 100 Einwohner 35,08 Dosen, die verimpft wurden (Differenz 6.95).

Coronavirus Zürich
Zürich impft langsamer als zum Beispiel Bern und der Aargau. - Keystone

Bern steht im Vergleich deutlich besser da. Von 47,67 erhaltenen Dosen pro 100 Einwohner wurden 43,93 Dosen verabreicht (Differenz 3,74). Noch besser sieht es im Aargau aus: Von 42,74 erhaltenen Dosen pro 100 Einwohner wurden sogar 41,63 verimpft (Differenz 1,1).

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