Auch am Wochenende fanden wieder Kundgebungen zum Coronavirus statt. Diesmal versammelten sich Skeptiker in Basel und Genf.
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Die Polizei stand am Samstag in Basel bereit. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Corona-Kundgebungen in Basel und Genf blieben friedlich.
  • In den Städten versammelten sich je 3000 Skeptikerinnen und Skeptiker.
  • Angeführt wurden die Proteste in Basel von den Freiheitstrychlern.

Das Wochenende war geprägt von Protest gegen die Corona-Massnahmen von Bund und Kantonen. In Basel und Genf versammelten sich je rund 3000 Menschen zu einer Kundgebung. Die Veranstaltungen verliefen friedlich. In Basel konnte die Polizei eine Konfrontation mit Gegendemonstranten verhindern.

Die Gegner der Gegner des Coronavirus

Angeführt von rund 30 «Freiheitstrychlern» bewegte sich der polizeilich bewilligte Demonstrationszug in Basel. Die Teilnehmenden marschierten vom De Wette-Park beim Bahnhof SBB an den grossen Einkaufsstrassen vorbei zur Wettsteinbrücke.

Dort drohte eine Konfrontation mit einer unbewilligten Gegendemonstration. Sie stammte aus dem Umfeld der Gruppierung «Basel nazifrei», die sich an der anderen Brückenseite eingefunden hatten.

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In Basel wurde gegen die Massnahmen zum Coronavirus demonstriert.
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Die Kundgebung in Basel blieb friedlich.
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Angeführt wurde der Protest durch die Freiheitstrychler.
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Die Polizei stand am Samstag in Basel bereit.

Gegen 200 Gegendemonstrantinnen hatten sich zuvor im Kleinbasel formiert. Sie wollten ein Zeichen gegen die ihrer Ansicht nach faschistische Unterwanderung der Massnahmengegnerschaft zu setzen. Sie wurden bei der Wettsteinbrücke aber von der Polizei gestoppt, worauf sich die Teilnehmenden zurückzogen.

Der sehr bunt zusammengesetzte Demonstrationszug der Schutzmassnahmen- und Impfgegnerschaft zog dann weiter durch die Kleinbasler Altstadt bis zum Messeplatz. Auf der dortigen Rosentalanlage endete gegen 16.30 Uhr die Kundgebung.

«Freiheit, Freiheit!» skandierten die ebenfalls rund 3000 Demonstrierenden in Genf und forderten unter anderem den Rücktritt von Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset. Sie starteten auf der Place de Neuve in der Altstadt und zogen zur Place des Nations auf der gegenüberliegenden Rhone-Seite.

Ablehnung des Covid-Gesetzes

Im Demonstrationszug flatterten zahlreiche Schweizer Fahnen, und es wurden Plakate mitgeführt, die das «Zertifikat der Schande» anprangerten. Auf ihnen war zu lesen: «Nein zum Covid-Zertifikat, nein zur Erpressung und ja zur Rückkehr zum gesunden Menschenverstand».

Mehrere Redner ergriffen auf der Place de Neuve das Wort und forderten die Ablehnung des Covid-19-Gesetzes, über das am 28. November abgestimmt wird. Die bewilligte Demonstration verlief friedlich.

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In Genf forderte die Kundgebenden die Ablehnung des Covid-Gesetzes.
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Rund 3000 Skeptikerinnen und Skeptiker versammelten sich in Genf.
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Auch in Genf blieb die Kundgebung ruhig.

Weil sie an der Schweizer Grenze ohne Einreiseformular erwischt wurden, mussten Reiserückkehrer bislang knapp 200 Bussen zu 100 Franken bezahlen. Einen entsprechenden Bericht der «Sonntagszeitung» bestätigte die Eidgenössische Zollverwaltung. Seit der Einführung der Bestimmung am 20. September kamen bereits rund 880'000 dieser Online-Formulare des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Anwendung.

Der Bundesrat hatte diese Regelung beschlossen, um eine Zunahme der Covid-19-Ansteckungen nach den Herbstferien zu verhindern. Nach dem Ferienende im Sommer war die Zahl der Corona-Fälle nämlich sprunghaft angestiegen.

Baldige dritte Impfung

Nach Einschätzung des Zürcher Infektiologen Huldrych Günthard dürfte die Corona-Pandemie im nächsten Sommer überstanden sein. Voraussetzung dafür sei, dass sich noch mehr Leute impfen liessen und die nicht Geimpften infiziert würden. Das gelte nicht weltweit, sondern nur für jene Länder, die eine Impfung zur Verfügung hätten. Dies sagte Günthard in einem Interview mit der «Sonntagszeitung».

Coronavirus Impfung
Infektiologe Huldrych Günthard vom Unispital Zürich. - Unispital Zürich

Voraussetzung sei ausserdem, dass keine neuen Varianten aufträten, gegen die die Impfung nichts nütze, so Günthard. Er plädiert für eine baldige dritte Impfung. Es gebe schon jetzt immer mehr Impfdurchbrüche.

Wenn die Schweiz erst Ende Jahr mit solchen Booster-Impfungen beginne, schaffe das wieder Stress für die Impfzentren. Das dürfe sich nicht wiederholen.

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