Selbsttest statt Snickers: Die ETH Zürich bietet in Selecta-Automaten plötzlich Tests auf das Coronavirus an. Hält die Idee bald schweizweit Einzug?
Ein Gebäude der ETH Hönggerberg
Ein Gebäude der ETH Hönggerberg - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer an der ETH am Hönggerberg zu Besuch ist, trifft zwei kuriose Selecta-Automaten an.
  • In den Automaten werden nicht mehr kleine Erfrischungen angeboten, sondern Selbsttests.
  • Das neue Angebot kommt gut an, bei Mitarbeitenden sowie bei Selecta selbst.

Wer am Hönggerberg das Hauptgebäude der ETH nach Snacks absucht, wird erst mal enttäuscht. Anstelle der Schokoriegel und Softdrinks sind in zwei der Selecta-Automaten nur noch Selbsttests zu finden.

Denn die Hochschule in Zürich hat Teststationen mit Spucktests eingerichtet. Dies, damit sich Mitarbeitende und Studierende selbst auf das Coronavirus testen lassen können.

Die Automaten leisten, so die ETH auf ihrer Website, einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von infizierten Personen.

Test-Automaten kommen bei ETH und Selecta gut an

Mitarbeitende der ETH Zürich scheinen das Angebot zu begrüssen. ETH-Mediensprecherin Vanessa Bleich bestätigt auf Anfrage: «Die Test-Automaten werden sehr gut angenommen.»

Die Rückmeldungen fallen positiv aus, so Bleich. Denn die Automaten würden den Mitarbeitenden das Testen gegen das Coronavirus erleichtern.

selecta corona
Die Selecta-Automaten führen auch Desinfektionsmittel und Hygienemasken. - Keystone

Und auch Selecta wurde «in kürzester Zeit» von dem Projekt überzeugt. Sprecherin Sarina Künzli: «Zwei Wochen nach dem ersten Telefonat wurde bereits der erste Automat geliefert und konnte umgebaut werden.»

Was halten Sie von den Selbsttest-Automaten der ETH?

Die ETH muss für die Dauer des Projekts nichts für die Automaten bezahlen. «Wir sind stets offen für neue und innovative Ideen, vor allem wenn es um die Weiterentwicklung unseres Portfolios geht.»

Ob das Projekt auf das gesamte Selecta-Sortiment ausgeweitet wird, ist noch unklar. Es handle sich vorerst nur um ein Projekt in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich.

Coronavirus: Mit «Pooling»-Verfahren zum Ziel

Bleich erklärt den Grund für die Automaten: «Wer regelmässig mindestens einen Tag pro Woche an die ETH kommt, ist dazu aufgerufen, sich für das Testprogramm zu registrieren.» Man solle einmal wöchentlich einen solchen PCR-Test einreichen.

Coronavirus Massentest
Hilfskräfte prozessieren in einem mobilen Labor Speichelproben aus Pooltests und werten diese auf das Coronavirus aus. - Keystone

Die abgegebenen Speichel-Röhrchen werden mit dem sogenannten «Pooling»-Verfahren ausgewertet. Acht Proben werden von einem Roboter der ETH zusammengemischt und im Anschluss am Campus Irchel ausgewertet.

Fällt die Probe negativ aus, werden die acht Probanden und Probandinnen gleichentags informiert. Wenn aber eine solche Probe positiv ausfällt, werden die acht Proben nochmals einzeln untersucht.

Mehr zum Thema:

ETH Zürich Coronavirus