So erklärt der Zoodirektor die Tötung der Affen
Zoodirektor Dressen sagt, die Tötung der Affen sei die letzte Option der Populationskontrolle. Der Clan sei zu gross geworden, es habe Spannungen gegeben.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Zoo Zürich tötete zehn gesunden Dschelada-Affen.
- Direktor Dressen sagt, es sei die letzte Option, es sei nicht Schönes, aber wichtig.
- Für die Art seien genügend Jungtiere wichtig, was auch eine Gefahr berge.
Kürzlich tötete der Zoo Zürich zehn gesunde Dscheladas-Affen. Begründet wurde der Schritt mit Unruhen unter den Tieren wegen der Grösse des Clans.
In der Öffentlichkeit gab es einen Sturm der Entrüstung und viel Kritik für den Zoo. Die Tierschutzorganisation Peta hat angekündigt, eine Strafanzeige gegen Zoodirektor Severin Dressen einzureichen.
Gegenüber «Tamedia» erklärt dieser nun die Hintergründe und betont mehrfach: Tiere zu töten sei immer «die letzte Option».
Es gebe zwei Wege, um die Grösse einer Artenpopulation zu kontrollieren: Migration und Reproduktion. Die Migration sei in Zoos aber nur beschränkt möglich, da der Platz begrenzt sei. Und bei der Reproduktion kontrolliere der Zoo zwar, komplett unterbinden könne und wolle er sie aber nicht.
Denn: «Jungtiere sind wichtig für eine stabile Population.» Es brauche eine breite Basis mit vielen jungen Tieren und einigen alten. Vor allem bei sozialen Arten, zu denen auch die Dscheladas gehören, seien Jungtiere «unglaublich wichtig für eine gesunde Gruppenstruktur».
In der Folge könne der Clan zu gross für den vorhandenen Platz werden, was zu Spannungen führen könne. «Das gefährdet das Wohl aller Tiere», erklärt Dressen. «Wenn wir dann keinen passenden Abgabeplatz finden, müssen wir Tiere töten.»
Zoodirektor: «Nichts Schönes, aber wichtig»
Im Internet wurde der Vorwurf laut, dass der Zoo Zürich bewusst mehr Jungtiere zulässt, als für die Gruppe gesund sei. Denn durch die herzigen Äffchen würden mehr Leute in den Zoo kommen und Geld bringen.
Dressen wehrt sich gegen den Vorwurf: Die meisten Dschelada-Männchen seien vasektomiert. Und es sei für die Gruppe wichtig, Jungtiere zu haben.
Und auch die Besucherzahlen des Zoos widerlegen den Vorwurf: Vor zwei Jahren habe man das viertbeste Jahr der Zoogeschichte gehabt – trotz grossen Baustellen und keinen Jungtieren mit «Jöö-Effekt». Zudem sei der für Besucher interessanteste Teil die Masoala-Halle. «Und da hat es in keiner Weise irgendwelche Tiere drin, deren Jungtiere eine Emotionalität auslösen könnten.»
Trotz der absehbaren Kritik hat der Zoo die Tötung der zehn Dscheladas aktiv kommuniziert. «Es gibt bei uns die Regel, dass wir nur machen, was wir transparent kommunizieren können», so Dressen. Auf der Website werden zudem monatlich die Listen mit geborenen, gestorbenen und getöteten Tieren aktualisiert.
Er führt auch aus, dass es in allen Zoos und auch in Nationalparks regelmässig zu Tötungen zur Populationskontrolle komme. Schon seit Jahren werde das so praktiziert. «Das ist nichts Schönes, aber es ist wichtig.»
















