Bundesgericht

Bundesgericht verurteilt Ramadan wegen Vergewaltigung

Keystone-SDA
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Lausanne,

Der Rekurs von Islamwissenschaftler Ramadan wurde vom Bundesgericht abgewiesen. Somit ist die Verurteilung wegen Vergewaltigung rechtskräftig.

Tariq Ramadan
Die Verurteilung wegen Vergewaltigung von Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wurde vom Bundesgericht als rechtskräftig befunden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wurde wegen Vergewaltigung verurteilt.
  • Das Bundesgericht hat einen Rekurs des 63-Jährigen abgewiesen.
  • Ramadan war vom Genfer Kantonsgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Tariq Ramadans Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung ist rechtskräftig. Das Bundesgericht hat den Rekurs des Islamwissenschaftlers gegen das Urteil des Genfer Kantonsgerichts abgewiesen.

In seinem am Donnerstag veröffentlichten Urteil weist das Bundesgericht den Vorwurf der willkürlichen Beweiswürdigung des Beschwerdeführers zurück. Es weist auch die Verfahrensargumente des 63-Jährigen zurück.

«Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen belegen nicht, dass das Genfer Urteil auf einer willkürlichen Beweiswürdigung oder einem unhaltbaren Sachverhalt beruhte», urteilte das Bundesgericht. Es gebe keine Hinweise auf eine Verletzung der Unschuldsvermutung.

Verurteilung durch Genfer Kantonsgericht

2024 hatte das Genfer Kantonsgericht Ramadan zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, davon eines auf Bewährung. Die Richter waren zum Schluss gekommen, dass der Islamwissenschaftler der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung einer Frau schuldig sei, die er im Oktober 2008 in einem Genfer Hotel kennengelernt hatte.

Das Opfer berichtete von einer Nacht, in der es mehrere Stunden lang geschlagen, beleidigt und sexuell missbraucht worden sei. Ein Jahr zuvor war Ramadan in erster Instanz freigesprochen worden.

Die Richter des Strafgerichts konnten die Schuld des Angeklagten nicht «zweifelsfrei» feststellen. Ihrer Ansicht nach fehlten in dem Fall ausreichende materielle Beweise.

Vergewaltigungsvorwürfe auch in Frankreich

Ramadan wird auch in Frankreich von der Justiz verfolgt. Dort werfen ihm vier Frauen ebenfalls Vergewaltigung zwischen 2009 und 2016 vor. Sein Prozess soll im März 2026 in Paris stattfinden.

Warst du schon einmal vor Gericht?

Ramadan ist ein Enkel von Hassan al-Banna, einem Mitbegründer der Muslimbrüder. Er tritt für eine europäisch-muslimische Identität ein. Sein Vater Saïd war 1954 in die Schweiz geflohen. Ramadan unterrichtete zwischen 1984 und 2004 an mehreren Genfer Schulen. (Urteil 6B_816/2024 vom 22. Juli 2025)

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