Westschweizer Kantone verstärken Kampf gegen falsche Polizisten
Sie bringen vor allem vor allem ältere und besonders verletzliche Menschen um ihr Erspartes: falsche Polizisten. Allein in der Romandie haben kriminelle Netzwerke mit dieser Masche seit 2022 mehr als 5000 Opfer um rund 18 Millionen Franken gebracht. Nun verstärken die Westschweizer Kantone gemeinsam mit dem Bundesamt für Polizei den Kampf gegen die Hintermänner.

Die Polizeikorps der Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis haben dazu ihre Kräfte mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) gebündelt. Ziel sei es, die Hintermänner zu identifizieren, Komplizen auf Schweizer Boden abzuschrecken und die Präventionsarbeit auszubauen, teilten die Behörden am Freitag mit.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge werden die Betrugsdelikte von organisierten kriminellen Gruppen gesteuert, die überwiegend von Frankreich aus operieren. Bereits im Februar lancierte die Konferenz der lateinischen Kriminalpolizeichefinnen und -chefs gemeinsam mit dem Fedpol eine koordinierte Operation gegen die Netzwerke.
Die Behörden verfolgen dabei drei Ziele: die Ermittlungen gegen die Auftraggeber zu bündeln, Helfer in der Schweiz zu identifizieren und abzuschrecken sowie die Bevölkerung verstärkt zu sensibilisieren.
Für die Abholung von Bargeld und Wertgegenständen setzen die Täter auf sogenannte Kuriere. Dabei handelt es sich mehrheitlich um junge Erwachsene, Frauen wie Männer, die vor allem aus Frankreich, teilweise aber auch aus der Westschweiz stammen.
Angeworben werden sie über soziale Netzwerke mit dem Versprechen von schnellem und leicht verdientem Geld. Hinter den verlockenden Angeboten verberge sich jedoch eine deutlich weniger attraktive Realität, schreiben die Polizeibehörden.
Die Kuriere seien austauschbare Ausführende, die deutlich schlechter bezahlt würden als versprochen. Zudem müssten sie den Auftraggebern persönliche Daten preisgeben. Nicht selten seien sie Drohungen oder Gewalt ausgesetzt. In manchen Fällen würden sie von den Hintermännern sogar selbst bei der Polizei angezeigt, wenn die erwarteten Ergebnisse ausbleiben.
Die Westschweizer Polizeikorps erinnern daran, dass die Kuriere strafrechtlich für ihre Beteiligung an den Delikten verantwortlich sind. Sie wirkten an besonders verwerflichen Straftaten mit, die gezielt auf ältere und verletzliche Menschen abzielten.
Wer sich als Kurier anwerben lasse, müsse mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen rechnen. Dazu gehörten Untersuchungshaft und ein Eintrag ins Strafregister. Die Aufklärungsquote sei hoch, betonen die Behörden.
Die Polizeikorps rufen deshalb insbesondere junge Erwachsene dazu auf, sich nicht von vermeintlich lukrativen Angeboten täuschen zu lassen und der Illusion des schnellen Geldes zu widerstehen.










