In Montreux ist Fauste die kleine Stimme, die nicht verstummt

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Lausanne,

Das Gratisprogramm der 60. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals räumt Schweizer Künstlern einen besonderen Platz ein. Zu ihnen gehört die junge Freiburgerin Fauste, die am Montagabend die Super Bock Stage mit ihrem intimen Pop mit politischen Anklängen begeisterte.

Fauste arbeitete fünf Jahre lang im Duo mit BARON.E, bevor dieser ein eigenes künstlerisches Projekt startete.
Fauste arbeitete fünf Jahre lang im Duo mit BARON.E, bevor dieser ein eigenes künstlerisches Projekt startete. - KEYSTONE/EPA/CYRIL ZINGARO

«Ich bin sehr stolz, heute Abend hier zu sein», sagte Fauste. Um sie herum: weisse Laken, die die Bühne zu beiden Seiten schmücken. Ein Sessel und ein Bett: Auch sie sind mit ähnlichen Tüchern bedeckt. Darauf dösen zwei Tänzerinnen, die auf den zweiten Ton warten, bevor sie ihre zarten, roboterhaften Bewegungen zum Leben erwecken.

Um die Taille und dann um den Kopf von Fauste – mit bürgerlichem Namen Faustine Pochon – liegt ein weiterer durchsichtiger Stoff, diesmal in Rot. Die Farben greifen jene der palästinensischen Flagge auf, die an ihrem Synthesizer hängt.

Politik hält nicht nur auf der Bühne Einzug, sondern in das gesamte Universum der jungen Frau. Am Rande eines Festivals im Oktober 2025 hatte sie ihre «kleine Stimme» genutzt, um ein freies Palästina zu fordern.

Am Ufer des Genfer Sees haucht Fauste den Klängen ihres neuesten Projekts Leben ein: «Cortisone», «Hardcore», «Haiku» oder auch «Vilaine fille». An ihrer Seite hat sie den aus Yverdon stammenden Künstler Cem Tem, der inzwischen ihr Freund geworden ist und mit dem sie «QLVEB» komponiert hat, einen Titel, der erst vor knapp zwei Wochen erschienen ist: «Qu'est-ce que la vie est belle» («Wie schön das Leben doch ist.»).

Zwischen den Stücken gibt es herrlich ruckartige Übergänge. Immer wieder sind zwischen den Titeln Gesprächsfetzen zu hören, die von Vertraulichkeiten geprägt sind und die Intimität wecken, mit der sie ihre Musik komponiert.

Fauste wird diesen Sommer mehrmals auf den Schweizer Bühnen zu sehen sein. Sie wird unter anderem am Festival «Les Georges» in Freiburg und am «P’tit du Gros» in Le Noirmont im Jura erwartet.

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